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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-06-01 · 9-10 (6.1875) Juni-Juli · p. Seite 216

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
9-10 (6.1875) Juni-Juli
Date
1875-06-01
Page
Seite 216 (sequence 16)
Language
German
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216 der Herr, wird Euer Inneres nicht zum ״Heiligthum" machen, solange darin der ארון, die Bundeslade, die Religion fehlt. התורה קדומה לבל Alle übrigen Kräfte müssen zuerst von den lebendigen Gewässern des Glaubens durchtränkt, durchströmt werden, wenn sie heilige, gottgeweihte Kräfte sein sollen. Das gilt aber namentlich von der Jugend, deren Herz wir zur Bundeslade Gottes machen sollen. Und Erziehung der Jugend bilde den Gegenstand unserer heutigen Betrachtung. I. ״Und sie sollen machen eine Lade von Schittim-Holz." (2. B. M. 25, 10.) Wenn wir in unserer Einleitung gesagt, daß Religion das erste und heiligste Moment des menschlichen Daseins ausmache, daß alle übrigen Gaben und Kräfte des Menschen, wie Gewissen, Gefühl und Vernunft, sich erst dann als nützlich und heilsam erweisen, wenn sie vom Geist der Religion durchhaucht, vom Strahl des Glaubens durchglüht, wenn wir im Namen unserer Lehrer ausgerusen: התורה ״ קדומה לבלErst Religion und dann alles Uebrige!" so gilt dies besonders und in erster Reihe von der Jugend, die wir zu erziehen, zu vollkonnnenen, sittlichen Menschen heranzubilden haben. Ihr, m. A., fraget: Welche Kraft sollen wir denn in unseren zarten Kindern zuerst wecken, wenn wir sie zu ordentlichen, glücklichen Menschen heranzieheir sollen, Ihr stehet wie Bezalel, der göttliche Künstler, rathlos da und wisset nicht wie Ihr Eure Aufgabe, die Jugend zum Heiligthmn Gottes zu machen, lösen, womit Ihr anfangen und womit Ihr aufhören — ob mit dem Herzen und Gewissen — ob mit dem Gefühl oder mit der Vernunft des Kindes — und die Thora ruft Euch wie Bezalel zu: ״ ועשו ארון עצי שטיםVor Allem gebet Euren Kindern die Weihe der Religion und dann entwickelt alle übrigen Kräfte. Wenn das Kind zu lallen anfängt, beginnet schon mit der Religion; das erste Wort, das es spricht, sei Gott und sein Wort. "ר קטן היודע לדבר אביו לומדו תורה וק״ש ״Sobald das Kind sprechen kann, lehre es der Vater Thorah und Schema", sagen unsere alten Lehrer und mit vollem Rechte! Wenn es mir, m. A., gestattet wäre, das Gebot ועשו ארון ״ עצי~שטיםnicht den: Buchstaben, sondern dem Geiste nach zu deuten", so möchte ich behaupten, daß wir das Gebot am besten und gottgefälligsten erfüllen, wenn wir unseren Kindern im zartesten Alter, in der frühesten Jugend schon die Lehre Gottes mittheilen, die gol- 2) Suca 42.

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