Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 9-10 (6.1875) Juni-Juli
- Date
- 1875-06-01
- Page
- Seite 215 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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215 Noch und Armuch, des Elends und Unglücks erinnern wir uns gerne der Tage des Reichthums und Ueberflusses, der Stunden des Heils und Segens; die Erinnerung an die lichte Vergangenheit mildert, verringert das Dunkel der trüben, düsteren Gegenwart. Und in unseren Zeiten, in der Zeit der Zertrümmerung und Zersetzung alles dessen was heilig und göttlich, ist es süß, doppelt und dreifach süß, zu gedenken der goldenen Zeit ועשו לי מקדש, wo Israel noch Heiligthümer aufgerichtet und nicht niedergerissen, gegründet und befestigt und nicht unterwühlt und gelockert, jener Zeit ושכנתי בתוכם, wo Israel auch Gott noch ein Plätzchen gewährte, und nicht ihn aus seiner Mitte verdrängte. — Sprechen wir also von jener Zeit des Erbauens und Ausrichtens, und Erbauung und Ausrichtung unseres Herzens sei der Segen unseres Wortes, der Lohn unserer Arbeit! Amen. Bezalel — so erzählen unsere alten Lehrer') — der verständige Meister, der von göttlichem Geiste beseelte Künstler, stand an jenem Tag, wo ihn: der Auftrag das Mischkan zu errichten, geworden, mit gefalteter Stirne, in tiefem Nachdenken versunken da, die Art und Weise, wie er seine Ausgabe löse, erwägend und überlegend. Womit — fragt er sich — soll ich denn beginnen und womit enden! Jst's das ״Mischkan", die Hütte, die ich zuerst aufrichte — und dann die Geräthschasten, oder umgekehrt, erst die Geräthschasten und dann die Hütte! Uitb wenn die Geräthschasten, was zuerst? den ״Misbeach" (Altar), beit ״Schulchan" (Tisch), die ״Menorah" (Leuchter)? Nichts von Alledem! ruft ihm Gott mit gewaltiger, weithintönender Stimme entgegen: ״ ועשו ארון עצי שמיםZuerst und vor allem Anderen mache die Bundeslade, in die du die Lehre Gottes legst, und dann das Mischkan, und dann alles Uebrige! תתורת ״ קדומד, לכלdie Thora sei das Erste, das höchste deiner Güter, und die Bundeslade, die diese Thora trägt und in sich aufnimmt das Erste, das heiligste deiner ״Geräthschasten." — Ohne Thora keine Heiligkeit, und ohne Bundeslade kein Heiligthum! Ein schönes, beherzigenswerthes Wort das, m. A.! Gar viele schöne und herrliche Gaben hat Gott ins Innere des Menschen gelegt, mit gar kostbaren und edlen ״Geräthschasten" das Innere des Menschen ausgestattet. Ich nenne Euch z. B. nur das Gewissen, das Gefühl, die Vernunft u. s. w. — Das Alles aber, - sagt Gott 1j Mldr. Rabb. 2. B. M. Abschn. 34.