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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-06-01 · 9-10 (6.1875) Juni-Juli · p. Seite 210

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
9-10 (6.1875) Juni-Juli
Date
1875-06-01
Page
Seite 210 (sequence 10)
Language
German
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210 den hoffnungslosen Zustand des Unglücklichen, die im Herzen des theilnehmenden Zuschauers an: Strande des Meeres leben und die sich hier bei Jethro wiederfinden. Denn wie die religiösen Gesühle Jethro's, nach dem Berichte des Talmud, getheilt waren zwischen deck verschiedenen Götzen seines Landes, wie der Heide Jethro die verschiedenen Ursachen und Wirkungen und Eingriffe in der Welt und im Leben der Menschen verschiedenen Göttern zugeschrieben, so war ihm auch die Befreiung Israels aus Mizrajim eine vereinzelte Thal ohne jeglichen Zusammenhang, ohne Verbindung mit der Nergangenheit und der Zukunst dieses Volkes. Er sah nicht die ge- Heimen Fäden, die sich von Abraham den: Stammvater dieses Volkes hinziehen durch Mizrajim, durch das rothe Meer, durch die Wüste, durch alle Länder und Staaten der Erde, bis aists Ende der Zeiten. Der Glaube an Vielgötterei ließ ihn nicht begreifen und einsehen, daß in diesen: Wechsel von Glück und Unglück Israels die einheitliche und folgerichtige Leitung eines unsichtbaren Wesens liege, daß gerade in diesen! Wechsel und Wandel der Keim der Zukunftsgröße Israels enthalten sei. Darum hebt Jethro nur immer hervor: אשר הציל את העם מתחת יד מצרים, als wollte er sagen, er sähe nur die Befreiung aus den Nöthen Mizrajims, nicht aber auch aus jenen, die ihnen ferner nothwendig noch erstehen müssen, so daß Israel als Volk sich erhalten und sortentwickeln könnte. Nun, meine Lieben, ihr möget selber darüber urtheilen, wer t)0n Beiden wohl Recht behalten, ob Moses oder Jethro, und wir werden kein passenderes Wort dafür finden als das Wort Moscheh's: ״Alles Ungemach, das uns auf der weiten Wanderung betroffen, der Herr hat uns daraus gerettet!" Unsere Weisen sagen: ״Moses hat durch ein Helles, klares Mikroskop gesehen", das heißt: er hat die Welt und besonders die Vergangenheit und Zukunft Israels mit klaren Augen erkannt. Alles hat sich ihm im wahren Lichte und in seiner wahren Wesenheit dargestellt. Seine Seherkraft war gleichsam die Helle, klare Brille, die ihm die weiteste Fernsicht und die tiefste Einsicht in die Dinge der Welt gestattete. Wie Jethro aber, der sich als Freund Israels zeigt, so haben in späteren Zeiten selbst die Freunde des Judenthums nicht an dessen Fortbestand geglaubt. Sie sahen באספקלריא שאתה מאירה durch ein Augenglas, das ihre Blicke nicht weit über die engen Grenzen ihrer Zeit hinausgehoben, und die ebenso engherzigen als gelehrten Feinde des Judenthums bedienten sich bei Betrachtung

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