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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-06-01 · 9-10 (6.1875) Juni-Juli · p. Seite 209

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
9-10 (6.1875) Juni-Juli
Date
1875-06-01
Page
Seite 209 (sequence 9)
Language
German
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?OS welche sich zwischen dem nüchternen Zuschauer und dem an das schwimmende Brett sich Klammernden zeigt. ״Und Moses erzählte seinem Schwiegervater Alles, was der Ewige an Pharao und an Aegypten gethan um Israel willen, alles Ungemach, welches sie auf dem Wege betroffen und wie der E rv4 g e sie gerettet." Die immergrüne Palme der Hoffnung und Zuversicht sprießt vor Moscheh's geistigem Auge vom dürren Boden der Wüste aus, Vertrauen auf Gott und in seine Leitung, der Glaube an die Zukunft und den Weltberuf erweitern die Gefühle seines Herzens und heben die Blicke seines Geistes weit hinaus über die Schranken menschlicher Berechnung, weit hinaus über die Grenzen der Zeit und des Raumes, innerhalb welcher seine Zeitgenossen sich bewegten. Die Wüste war für ihn nicht das schwimmende Brett, woran der Ertrinkende sich klammert, sondern ein wirklich rettendes Boot, von der Hand eines Steuermanns geleitet, der über Stürme und Wogen, über grausig wirbelnde Strudel und alle Schrecken der Fahrt gebietet. 'ויצילם ה! Daß Gott sie gerettet, und daß diese Rettung nicht eine augenblickliche Täuschung, hinter welche der grause Tod sich barg, um hinter dem gleißenden Schein der Sicherheit urplötzlich hervorzubrechen, sondern daß die Rettung eine wirkliche und vollständige, — das war Mose's fester Glaube, das war seine wahrste Ueberzeugung. Nicht so Jethro. Dieser kommt, sieht und freut sich über alle die Wohlthaten, die Gott dem Volke erwiesen, ״indem er es aus der Gewalt Mizrajims errettet." Und Jetro sprach: Gelobt sei der Herr, der euch errettet von der Gewalt Mizrajims, daß er das Volk befreit aus der Hand Egyptens." Jethro, der Fremde, sieht nur die Rettung Israels aus der Haud Egyptens, aber die Zuflucht nach der Wüste mochte ihm nach Art des von Amos entworfenen Bildes dem Vogel vergleichbar erscheinen, der kaum aus dem Gehäufe seiner Gefangenschaft entflohen, nun schon von einem beutegierigen Raubvogel immer drohender und immer enger umkreist wird. In diesem Sinne, m. A., hat wohl der Talmudlehrer Recht, wenn er mit Beziehung auf den Ausdruck: ״ ויחד יתרוund Jethro freute sich", der Ansicht ist, man müsse hier auch die andere Ableitung des Wortes ויחד beachten, die sich etwa in dem Worte ״ חדחdie Schneide" darstellt, ״ שהעביר חרב חדה על בשתes sei dem Jethro wie ein schneidiges Schwert über die Haut gegangen;ויחד ״ begreife demnach Freude und Schmerz in Einem; es sind die Gefühle der Freude über die augenblickliche Rettung und des Schmerzes, über

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