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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-04-01 · 7-8 (4.1875) · p. Seite 201

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
7-8 (4.1875)
Date
1875-04-01
Page
Seite 201 (sequence 45)
Language
German
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201 vor ihr? wie steht er zu ihr? ״Ich fürchte nichts, sagt er, ich hoffe auch nichts; eine jede gute Thal trägt ihren Lohn in sich, in dem Bewußtsein, das Gute gethan zu haben, eben!o wie die Strafe der bösen Dhat in der sie beglei enden Gewissenspein liegt. Ich trug Himmel' und Hölle in meiner Brust, darum hoste ich jetzt auf jenen nicht, fürchte diese nicht, für mich schließt das Exempel dieses Lebens ohne Bruchtheil ab." Furchtlos, aber — ach! — auch hoffnungs- 10 s scheide! er von beit Seimgen; sein kaUes Moralprinzip leitet ihn bis an des kalten Grabes Schwelle, darüber hinaus — nicht! Und unsere Religion, die Lehre der Wahrheit? O, die treue Freundin stellt sich uns zur Seite in her Todesstunde, versüßt uns das Scheiden von unseren, das Sterbebett umstehenden Geliebten, indem sie tröstend uns hinüberweiset auf ein ״Leben der Ewigkeit." Wohl lehren auch unsere Weisen, daß ״ שכר מצוד, מצוד, רכנו׳der Lohn der Tugend in der Tugend liege", in dem beseligenden Bewußtsein der Tugend- Übung, der Pflichtersüllung, aber sie bleibt dabei nicht stehen, kann dabei nicht stehen bleiben, denn sie kennt heilige Au!gaben für uns, höchste Tugend!orderungeu, die den Einsatz unseres irdischen Lebens fordern. Ja, indem unsere Religion an uns die Anforderung stellt,;elbst unser Leben lieber hinzugeben, ehe wir die obersten Gebote derSit.lichkeit übertreten - יהר^ ואל יעבור — geht sie still;chweigend von der Voraussetzung der Unsterblichkeit und ewigen Belohnung aus; sie kömue das Opfer unseres hiniedig e n Lebens nicht fordern, wenn sie uns nicht durch ein künftiges entschädigte. Unsere Weisen führet! uns die>en Zu,an!n!enhang an einen! schlagenden Beispiele vor. Sie sagen: Zwei Gebote enthält die Bibel, auf deren Erfüllung sie zum Lohne langes Leben und Wohlergehen setzt. Das eine Gebot ist das: ״Tu;ollst Vater und Mutter ehren, damit es Dir wohlgehe und Du lange lebest!" und das andere: ״Wenn Du die Jungen aus einem Reste nehmen willst, dann sollst Du erst die Mutter verscheuchen, dam!t es Dir wohlgehe und Du l nge lebest!" Run ereignete es sich, daß ein Vater von seineu! Sohne verlangte, ihm von einen! hochliegendu! Neste die Küchlein zu holen. Der gehorsame Sohn begiebl sich hinauf, verjagt die Alte, ehe er die Jungen nimm,, — hat algo zwei Gebote be- . folgt, auf deren Erfüllung langes Leben und Wohlergehen gesetzt ist, aber da er herabsteigt, strauchelt er, 1 alle und liegt entseelt am Boden. v היכן הסבת ימים של זה? היכן אריכות ימים של זה Wo יso fragen die Weisen — ist nun das verheißene lange Le׳ den? Wo das Wohlergehen für dieieu? Und sie antworten: אלא ״ ליום שכולו ארוך׳ שכולו טובDas wäre der schlagendste Beweis

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