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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-04-01 · 7-8 (4.1875) · p. Seite 202

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
7-8 (4.1875)
Date
1875-04-01
Page
Seite 202 (sequence 46)
Language
German
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202 für das ewige Leben und für die jenseitige Belohnung." Ja, wer von der zur Sittlichkeit angelegten Natur des Menschen überzeugt ist, wer davon durchdrungen ist, daß die Religion den Menschen vor Allem zur höchsten Tugendhaftigkeit erziehen will, der muß zngeben, daß Sittlichkeit ohne Unsterblichkeit nicht denkbar ist. Auf dem Boden unserer Religion wenigstens sind sie von einander nicht zu scheiden. Gott hat sie zwei in einander greifende Flammen ״in unser Inneres gepflanzt", der Mensch soll, kann sie nicht von einanderreißen; auf dem Altäre unseres Herzens lodern sie beide zun! Himmel empor, und damit sie nimmer verlöschen, müssen sie ihre Nahrung empfangen von jenem Feuer, das am Sinai uns leuchtete als אשדת, als ״Feuergesetz." ״Beständig lodere dieses Feuer auf den: Altäre deines Herzens, es verlösche nie!" (Levitic. 6, 6.) Fürwahr diesen Zusammenhang festgehalten, und wir zagen nicht, und zweifeln nicht, und es giebt keine Macht, die den Um sterblichkeitsglauben uns aus dem Herzen reißen könnte, es sei denn, daß der Sittlichkeitsglaube mit ihm ausgerissen würde. Wir kennen somit den Weg, der zum ewigen Leben führt, es ist der Weg der Tugend und Sittlichkeit, wie er von unserer Religion vorgezeichuet ist; ihn lasset uns gemeinschaftlich wandeln, es ist ja דרך העולה בית אל ״der Weg, der hinaufführt in's Gotteshaus", in die göttliche Heimath des Geistes, allwo wir wiederfinden verklärt und beseeligt all' die Theuren. die wir hinieden betrauern, und deren Andenken wir unter heiligen Schauern und Thränen der Wehmuth feiern. Horch! Wie Prophetenftimme ertönt es beruhigend und tröstend uns entgegen: ״Halte zurück Deine Stimme vom Schluchzen und Dein Auge vom Weinen, denn es giebt einen L o h n für dein hieniediges sittliches Wirken, es giebt eine H o f f n u n g für dein künftig Geschick!" (Jerem. 31,17.) Ja, der Gott, der die ״Lehre der Wahrheit" uns gegeben, hat mit ihr, durch sie, den Glauben an ein ״Leben der Ewigkeit" in unsere Brust gepflanzt. Von diesem Glauben getragen, durch ihn gestärkt, lasset uns in Ruhe und Ergebung heilige Erinnerungen weihen ״ לקדושים אשר בארץ המה ואדירי כל חפצי בםden Verehrten, die in der Erde ruhen, den Theueren allen, an denen unser Wohlgefallen hing." Amen! — ir J i s c o r!

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