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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-04-01 · 7-8 (4.1875) · p. Seite 198

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
7-8 (4.1875)
Date
1875-04-01
Page
Seite 198 (sequence 42)
Language
German
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VI. Predigt zur Todtenfeier am zweiten Hage des Schaöuoty-Aestes. Von Rabbiner Dr. Rah m e r in Magdeburg. ״Auch wenn ich walle durchs Todesschattenthal, furcht' ich nichts Böses, denn D u bist mit mir, Dein Stab und Deine Stütze sie trösten mich." Der Stab Deiner Lehre, die Stütze der Religion, die Du heute vor Jahrtausenden uns gereicht, sie leiten uns auf unserer Lebensbahn, sie führen uns über dieses Leben hinaus, sie sind unser Heil und Trost, hier und dort! Amen. In dem zweiten der Segenssprüche, die wir über die Thora aussprechen, loben und preisen wir Gott als denjenigen, ״der uns gegeben תורת אמת, eine Lehre der Wahrheit, und der das Leben der Ewigkeit, היי עולם, gepflanzt bat in uns." Ahnen alle diejenigen, die diese Worte aussprechen, auch, welch' einen köstlichen Schatz herrlicher Lehren dieselben in sich bergen, daß sie nichts Geringeres besagen als daß ein tief innerer Zusammenhang bestehe, zwischen dieser ״Lehre der Wahrheit" und ״dein Leben der Ewigkeit", zwischen unserer Religion und dem Unsterblichkeitsglauben? Man wundert sich und ,pricht es hier als einen Vorwurf, dort als einen Vorzug aus, daß die ant Sinai geosfenbarre Religion nicht auch in klaren Worten die Unsterblichkeit lehre, hat aber dabei nur das Eine übersehen, daß diese Religion, die die obersten Gebote der Sittlichkeit zu ihrem Ausgangspunkte nintmt, ohne den Glauben an Unsterblichkeit gar nicht denkbar ist, daß der Glaube an die Ewigkeit des Geistes der Granitfelsen fei, auf dem jene ganze heilige Lehre erst sich aufbauen könne, daß diese gottgeoffenbarte Religion nur an unsterbliche Menschen gegeben werden komite, mit einen! Worte, daß unsere Thora keine תורת אמת, keine Lehre d e r W a h r h e i t sein könnte, wenn unser Leben nicht ein ״ חיי עולםein Leben der Ewigkeit" wäre. Der Ausführung dieses Doppelgedankens laßt, m. A., eine kurze Betrachtung uns weihen, würdig unseres heutigen Festes der

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