Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 7-8 (4.1875)
- Date
- 1875-04-01
- Page
- Seite 197 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- IRI
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- Joab 1× ep/1005321
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197 leumdest, du verkleirwrst, du schmähst, du wühlst, um deines Nachsten Recht, um seinen Ruf zu vernichten. Und hast du obgesiegt, hast du der Menschen Herzen entfremdet, der Richter Augen geblendet, dann fuhrst du die Beute heim, fremdes Hab und Gut, und baust den eignen Ruhmestempel auf den Trümmern des zerstörten. Du achtest nicht der Wittwen Klage, nicht der Waisen Thränen, du wirst reich mit fremdem Gut, geehrt mit falschem Ruf, mächtig mit gestohlener Macht, לא תנבב hast du übertreten. Nun ist die eine Leidenschaft in dir erwach, tu ad sie entfesselt andere, die Zügel deiner Gier sind zerrisse!:, und bald wirst du Sclave deiner Sinne. Dich lockt der Schönheit Glanz, der Sinne Gaukelspiel bethört dich, unheilige Flanunen lodern in dir auf, und deine Sittlichkeit verzehren sie. *לא תנאף ruft das Gesetz, doch du hörst's nicht mehr, blind ist dein Aug und taub bein Ohr, du bist der Lust verfallen. Doch du erwachst und fürchtest das Tageslicht für deine That, bangst vor dein Rächer deiner Unthat, vor dem Zerstörer deiner Lust, Furcht und Haß geben dir die tödtende Waste in die Hand, und du wirst zum Mörder, לא תרצח schließt den .jähen Sturz. Der neidische Zweifler Kain wird zun: Brudermörder, der Brüder Haß wirst Joseph in die Grube, die lüsterne Egypterin stürzt Josephs Ruf und wirft ihn ins Gefängniß, der neidische Saul verfolgt David, der lüsterne David ersehnt Uriah's Tod, der ehrgeizige Joab und Abner besudeln sich mit Blut. M. Theuren! So ist der Verbrechen Kette. Der Boden der Sittlichkeit ist das ׳לא תחמד die Herrschaft über die Begierden, die Kehrseite der Menschenliebe. Wenn du aber diese aus dem Herzen scheuchst, dann kannst du nicht bestimmen, wie weit die Leidenschaft dich mit sich fortreißt. Ihre Wogen sind gewaltiger als du glaubst, und einmal fern vom Ufer der Religion kannst du der Woge schwer gebieten. M. Theuren! Betrachten wir nun noch einmal die beiden Bundestafeln, beider Anfang und Schluß, Grund und Spitze jeder einzelner:, wie viel Weisheit in ihrer Ordnung, wie viel Wahrheit — unerschütterlich wie Stein. מעבר לעבר nach allen ״ Seiten klar ist ihre Inschrift, laßt sie uns für alle Zeiten in dem ארוץ unseres Herzens wahren! Zu Dir aber, Allgütiger, flehen wir, daß uns das Verstandniß Deiner Worte nie mangele, laß sie uns in immer hellerem Lichte erscheinen, gib uns Kraft, Dich zu erkennen und das Herz zu bewahren, laß die Mern uns heilig bleiben, damit wir Dich nie verlieren, laß unser Herz von frevlem Wunsche frei sein, laß uns niederdrücken die Leidenschaft und zähmen die Begierde, den Bruder zu lieben gib uns Kraft! — Amen.