Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 7-8 (4.1875)
- Date
- 1875-04-01
- Page
- Seite 196 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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196 dankt. Gibt's eine bessere Schule, eine bessere Vorbereitung, um auch den himmlischen Vater zu ehren, ihn als Schöpfer anzuerkennen, seinen Sabbath zu halten, seinen heiligen Namen vom Truge fernzuhalten, nur ihn allein zu lieben und zu verehren, der alles Gute lohnt und alles Böse beachtet, ein liebevoller, rettender Richter ist? So wie wir steigen von Elternehre zur Gottesverehrung — so ist aber auch der Fall von Gottesläugnung zur Elternschändung. Wer seines Gottes Stimme nicht anerkennt, wer ihr Rusen nicht hören will und ihre Lehren verschmäht oder vergißt, der sieht in dem Weltall nur die Materie, in der Weisheit nur die Nothwendigkeit, in dem eignen Leben nur ein blindes Muß, oder er hängt sich an hohle Götzen, die er mit seinem Golde schmückt. Wie lange wird der von Gottes Wahrheit reden, wie kann der eines Eides Heiligkeit begreifen, dem Gott nur schwacher Geister Wahngebilde ist? Was ist ihm der Sabbath werth? Ist ihm denn Gott des Glückes Schöpfer, ist er ihm Hüter seines Werkes? Er ist ja selbst der eigne Meister, er fühlt auch frei sich von der Pflicht, dem Vater zu gehorchen, ihn zu ehren, des Vaters Wort ist kraftlos, der Mutter graues Haupt nicht ehrwürdig. Wohl fällt nicht Jeder gleich so tief, weil Gott der Ellern Bild zu tief ins Menschenherz gegraben. Doch bleibt der Fall so selten gar nicht aus. Oder ist's genug, wenn Grabstein, Jahrzeitlicht und Kaddisch die Eltern ehren? Ihre Lehren achten, ihre Worte bedenken, ihre guten Sitten wahren, das ist der wahre כביד ♦ So, m. Theuren, ist der ersten Tafel Boden die Ehrfurcht gegen Eltern, ihre Krone die Gotteserkenntniß. III. Beschauen wir nun die zweite Tafel, m. A.! Der Grund der Sittlichkeit, der Menschlichkeit ist das ׳לב טוב das letzte Wort dieser Tafel ist das לא ההטד . Wenn wir aber die Begierden im Herzen nicht frühzeitig dämmen, so reißen sie uns bis zum Morde fort, das erste Wort der zweiten Tafel ist das!״ •לא תרצדDu sollst nicht morden!" Nicht sollst du gelüsten. Wenn du aber dich bet hören ließest von der Schlangenstimme der Verführung, wenn dich des Neides böser Geist in seine. Dornenketten hat geschmiedet, wenn an dir die Kohlengluth des ungemessenen Ehrgeizes zehrt הקנאה ׳הקנאה והתאוה והכבוד was machst du da mit deines Herzens Tyrannen? Du sinnst darauf, den Zaun einzureißen, der deines Nächsten Grenzen schützt, du suchst nach Gründen und Beweisen, daß dein Nächster kein Recht auf seinen Besitz, zu feinem Ruhme, seiner Stellung, kein Recht zu seinem Rechte hat. Du suchst die Fehler an ihm aus,Hund bald wirst du zum עד שקר. Du ver-