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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-04-01 · 7-8 (4.1875) · p. Seite 187

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
7-8 (4.1875)
Date
1875-04-01
Page
Seite 187 (sequence 31)
Language
German
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187 aus fernem Lande kommt, um in diesem Hause zu beten, so erhöre du ihn im Himmel und erfülle des Fremdlings Bitte")"; und so ist uns aus dem Munde unsrer Weisen gelehrt, daß die Rechtschasfenen und Edlen aus allen Völkern der ewigen Seligkeit theilhastig sind"). Die friedliche Einigung aller Menschen in der Erkenntniß und Verehrung Gottes ist ja die Schlußverkündigung aller Propheten: ״Ich werde, spricht der Herr, allen Völkern reine Lippen geden, daß sie alle den Namen des Ewigen anrufen und ihm einmüthig dienen")." Sie sollen eines Sinnes darin werden, daß sie alle Gott dienen wollen. Denn wie die Strahlen des Tageslichtes in verschiedenen Farben sich brechen und nach verschiedenen Richtungen sich wenden, aber von einem gemeinsamen Punkte ausgehen, so mag auch die Gotteserkenntniß in verschiedenen Gestalten sich wiederspiegeln in der Menschen Geistern,'Herzen, Gottesdienstweisen — aber diese Strahlenlinien sollen einen gemeinsamen Punkt haben, in dem sie sich schneiden, zusammen treffen, nicht feindlich kreuzen; dann werden nach dem Bilde des 85. Psalm (V. 11—12) ״Huld und Treue einander begegnen, Recht und Frieden sich küssen, Wahrheit wird von der Erde aussprießen und Gerechtigkeit vom Himmel herniederschauen." Wenn endlich Jesaias verheißt: ״mein Haus wird ein Bethaus genannt werden für die Völker alle")" — so müssen die Grundlagen dieses weltumfassenden Gotteshauses beruhen auf den höchsten Ideen der Gotteserkenntniß, und die Säulen, welche seine Wölbung tragen, müssen die Säulen des Rechts, der Tugend, der Sittlichkeit sein, und jene Wölbung selbst, unter der Alle sich vereinigen sollen, ist dann die allumfassende Nächstenliebe. Und so haben die Propheten allesammt auch eine Zeit des Völkerfriedens verheißen, eine Zeit, ״da die Nationen ihre Schwerter umwandeln werden in Sicheln und ihre Speere zu Rebmeffern, da ein Volk nicht mehr gegen das andere das Schwert erheben wird, und sie nicht fürder den Krieg lernen werden")." Die größten Geister aller Zeiten und Zungen haben Gleiches geahnt, die edelsten und treuesten Herzen haben es ersehnt und mit Nichten für eitlen Traum gehalten. O, meine Brüder und Schwestern, ist es wohl ein Ruhm für die neueste Zeit, wenn nunmehr Viele dieser Verheißung spotten, weil bis an aller Tage Ende Krieg ") 1. Kön. 8, 41 und 1. Chron. ö, 32. ") Talm. Sanh. 105, a Maim. Melach. VIII, 11. ") Zeph- 3, 9. ״> Jes- 56, 7. ") Jes. 2, 4 und Micha 4, 3.

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