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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-04-01 · 7-8 (4.1875) · p. Seite 186

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
7-8 (4.1875)
Date
1875-04-01
Page
Seite 186 (sequence 30)
Language
German
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186 gesegnet hat, zur Erbauung und Erhaltung dieses Hauses spenden? Aber noch mehr! Wir geben unsrer Religion von dem Ihrigen, denn indem die Gotteslehre vor Jahrtausenden vorgeschrieben hat: Ein Recht soll sein für den Einheimischen wie für den Fremdling^)" — danken wir es ihr, daß dieses Wort nunmehr zur Wahrheit geworden ist, und daß wir, die Nachkommen der so lange als Fremdlinge Behandelten und Mißhandelten, auch den Schristrollen unsrer Lehre und unserm Gottesdienst eine׳ bleibende würdige Ruhestätte bereiten können. Ja wohl, Glaubensgenossen, wir sind die lebendigen Zeugen für den Fortschritt des Lichtes, des Rechtes, des Friedens! Uns kann nichts beirren in dem Glauben an den endlichen Sieg dieser Güter, an das Gottesreich auf Erden, Malchus Schaddai! Und das führt mich nun zu dem'letzten Theile unsrer Betrachtung: das Gotteshaus will Frieden bringen den Völkern, den Religionsparteien. Den Neligionsparteien? Da stimmt man mir nicht bei; man hält mir vielmehr entgegen, daß ja gerade die Verschiedenheit der Gotteshäuser, des Gottesdienstes, der Religionslehre die Quelle unsäglichen Haders, endloser Zerklüftung und Zerrüttung, ja, des Bruderzwistes, der Bruderkriege gewesen ist! — Das kann fteilich nicht abgeläugnet werden. Aber, m. A., ist denn alles Religion, was sich also nennt!? Hier ist für mich sicherlich nicht der Ort und nicht die Stunde, um, prüfend oder streitend, ein Wort zu reden gegen irgend ein nicht-israelitisches Religions-Bekenntniß: aber ich darf aussprechen, was uns gelehrt ist. Von der Religion, von der GotteÄehre heißt es, und wir wiederholen es, so oft wir die Thora in ihre Lade zurückstellen: ״ihre Wege sind Wege der Liebe, und alle ihre Pfade sind Friede^)"; vom Gottesworte kann und darf nur Frieden ausgehen. ״Liebet nur Wahrheit und Frieden")"! rust Sacharia; ״Wahret Recht und übet Liebe, so ist euch die Erlösung nahe")" verheißt Jesaias; die Ehre des Gotteshauses, sagt unser Text, ist der Friede, der in ihm gelehrt, verkündet wird und von chm ausgeht. So wurden im Tempel zu Jerusalem am Hüttenfeste Opfer dargebracht für das Heil aller Völker; so flehete Salomo in dem herrlichen Gebete, welches er bei der Einweihung seines Tempels sprach: ״Auch wenn der Fremde, der nicht zu Israel gehört, ') 2. Mose 12, 49. 9) Spr. Sal. 3, 17. '") Sachar. 8, 19. ") Jes. 56, 1.

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