Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 7-8 (4.1875)
- Date
- 1875-04-01
- Page
- Seite 185 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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185 fett ziehen, ist dem Gebote das Wort hinzugefügt: '״ אני דIch bin der Herr"; so gewiß ich euch Alle erschaffen habe, euer Aller Vater und Herr bin, so gewiß seid ihr, Menschenkinder, unterschiedlos Brüder und Schwestern; und darum lesen wir in demselben Capitel noch einmal ausdrücklich: ״wie der Einheimische soll unter euch der Fremdling gehalten werden, der bei euch weilt, und du sollst ihn lieben, wie dich selbst, denn ihr seid Fremdlinge gewesen im Lande Egypten*)!" Dies Gebot ist, nach unser alten Weisen Aussprach, des ganzen Gesetzes Inbegriff und umfassender Grundsatz, oder wie Micha sagt: ״Es ist dir kund gethan, o Mensch, was gut ist, und was der Ewige von dir fordert: nur Recht thun, Liebe üben und in Demuth wandeln vor deinem Gottes." Das ist für die Menschheit des Friedens Hort, und diese Gleichberechtigung der Menschen führt uns das Gotteshaus vor das Auge. Denn in ihm sollen sich zusammen finden Reich und Arm, Niedrig und Hoch, Greis und Jüngling, der Beglückte und der vom Geschick Geprüfte, der Gesunde und der Schwache, der Genesende und der volle Genesung für sich oder die Seinigen Erflehende. Es sollen da. Alle sich in dem Einen zusammen finden, zu dem Einen aufschauen, die Dankenden, die Flehenden, die Hoffenden, die Zagenden; damit, in der Ehre, die sie dem Allherrn geben, und in der Hingebung an den Allvater, die sie hier durchdringen soll, ein Jeder in dem Mitmenschen das Ebenbild Gottes achten, ehren lerne, und die Herzen in Liebe zu Gott sich mit Liebe zu den Brüdern erfüllen. Zu Seines Namens Ehre, gel. Gemeindegenosien, haben wir dies Haus erbaut. Wir wollen damit Dank und Ehre Dem weihen, ״ אשר נתן מנוחה לעמו ישראלder Ruhe gegeben seinem Volke Jsrael°)." Weil wir Ruhe, Freiheit, Recht erlangt, weil wir unbehindert Gott dienen können nach der Väter Weise, weil wir nicht zu fürchten haben, daß unser Werk zerstört werden könne durch des Glaubenshasses gewaltthätiige Hand, weil wir nicht mehr genöthigt sind, Gotteshaus und Gottesdienst dem abgünstigen Blicke zu verbergen, darum wollten wir, gleich Tausenden unsrer Brüder in den durch Licht und Recht gesegneten Ländern, gern das Wort der Schrift er- Wen: ״Von dir, o Gott, ist alles, und von Deiner Hand geben wir Dir^)." — Ist es nicht also, m.A., daß wir Gott nur geben von dem Seinigen, einen kleinen Theil von dem, womit er uns ') Das. V. 34. 5) Micha 6, 8. 1. Kön. 8, 56. 1 (י. Chron. 29, 14.