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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-04-01 · 7-8 (4.1875) · p. Seite 181

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
7-8 (4.1875)
Date
1875-04-01
Page
Seite 181 (sequence 25)
Language
German
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181 diejenigen beklage ich, welche thörichterweise, sich weise dünkend, ihren Seelensrieden auf die Karte des Unglaubens leichtfertig gefetzt und — verloren haben, verlieren müssen. Wohlan, ״an diesem Orte will ich Frieden geben." Alls der Zerstreuung und Zersplitterung weist uns hier alles auf einen Mittel-, Zieluitb Rubepunkt hin, auf den (Linen, den in unfern Kreisen jedes Kind nennt und kennt. Scli’ma Jisrael, höre Israel, rufen mir hier, Adonnj Gott ist, er ist eloiuMiu u n, e r GoN, E!, des endlosen Weltalls Schöpfer und Meister, ist and) unser Gott, der jedes einzelne ,einer Kinder trägt und hält, leitet und nderwacht, Adonaj echad er ist der (Line! So haben ihn die Vorfahren erkannt, so hat die lange Reihe der Geschlechter ihn bekannt, in Ihm haben sie ihre Ruhe in des Lebens Unruhe gefunden, ihren Frieden in ben Kämpfen, ihre Freiheit in der Knechtschaft, ihre Erhebung in tiefster Erniedrigung; in Ihm haben sie gelebt, in Ihm sind sie selig entschlafen, und was ihnen hier verborgen war, das glaubten sie dereinst zu erkennen, wie Hiob sprich/): ״Wenn die Hülle zerfallen wird, diese da, und des Leibes ledig werde ich Gott schauen!" Und Frieden bietet das Gotteshaus dem G e m ü t h e, im Wandel und Wechsel der Geschicke, in den dunkeln Räthseln des menschlichen Lebens. Wenn Unglück des Daseins Freude trübt, wenn Sorgen und Zweifel an der Zukunft das Herz beengen, wenn die redlichsten Bemühungen scheitern, wenn Menscherlhülfe fern oder nnnütz, wenn dazu noch die bittere Frage sich gesellt: ״warum ist der Weg der Frevler beglückt/) - dann höre das zweite Grundwort unsrer Lehret: 'X 'T ״ ואהבת אתDu sollst lieben den Ewigen, deinen Gott." Er ist der Vater, dessen Treue unwandelbar; wie kann der Vater seinem Kinde wehe, wie ihm Unrecht thun wollen?! Liebe ihn ״mit deiner ganzen Seele", ״auch wenn er dir dein Leben nimmt", erklären die Weisen — ״mit deinem ganzen Vermögen", ״auch wenn du alles Irdischen verlustig gingest." In Noth und Elend, in Krankheit und Schmerz, im bangen Harme um der Kinder Geschick — ״wirf auf ihn dein Anliegen, er wird dich ernähren"״ (/׳Beftehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen." 6) Verzage nicht! ,Fehre zurück, o Seele, zu deiner Ruhe"; 7) hier, wo du der irdischen Güter Nichtigkeit, der irdischen Sorgen Kleinlichkeit erkennen sollst, indem du sie in das 2) Hiob 19, 26. 3) Jerem. 12, 1. *) 5. Mos. 6, 5, mit der Auslegung des Midrasch. 5) Ps. 55, 23. — 6) Ps. 37, 6. — 7) Ps. 116, 7;

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