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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-04-01 · 7-8 (4.1875) · p. Seite 170

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
7-8 (4.1875)
Date
1875-04-01
Page
Seite 170 (sequence 14)
Language
German
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0ד1 1. ״Das Judenthum ist dem Untergange geweiht, kann sich nicht halten, weil es keine erobernde Tendenz hat" — wie, meine Andächtigen, kann diesen Satz vertreten, wer nur flüchtig das Gottesbuch gelesen? Braucht man ein Gelehrter zu sein, oder genügt es nicht blos zu den Gebildeten zu gehören, nur etwas von den Herrlichen Reden der Propheten gehört oder gelesen zu haben, die in glühender Begeisterung die Zeit ausmalen, ״wo Gott sein wird der Eine und sein Name der eine"? Wann hätte unser Volk diese Hoffnung, daß seine Lehre trotz alledem sich doch die Welt erobere, aufgegeben? Was Anderes hat denn Israel erhalten, was war das Lebenselixir, das unserem so oft todeswunden Stamme immer neue Kraft einhauchte? War's nicht eben diese erobernde Tendenz? Diese felsenfeste, durch nichts zu erschütternde Zuversicht, der Gott, der uns seine Lehre der Wahrheit zur Obhut anvertraute, der Gott, der um i h r e t willen, damit sie bestehen bleibe, uns schirmt und schützt mit Wundern und Zeichen, er wird ihr am Ende doch zum Siege verhelfen. בבית אהד יאכל Es kommt die Zeit — das war Israels unentwegter Glaube — da in einem Hause wird das Peßachmahl gegessen werden, wo die Menschen in Allem, was die Religion betrifft, in einem Hause wohtten werden, wo unter allen Geistbegabten nur ein Glaube wird zu finden sein, der ait den Gott, welcher sich am Sinai hat geoffenbart. Das war, das ist, das wird stets bleiben Israels Tendenz. Warum aber, wenn ihr diese stolzen und kühnen Träume und Pläne heget, so werden wir gefragt, verleihet ihr ihnen keine Gestalt, sichtbar uttb greifbar, warum sucht ihr nicht Anhänger zu gewinnen? Warum? So hört die Antwort unserer Religion und gebt der Wahrheit die Ehre u. bekennet, daß mögen die Sonnen droben auch ihre Flecken haben, die Geistessonne, wie sie Gott in unserer Lehre schuf, fleckenlos ist und ohne Makel. Wie gelangt ihr denn dazu, sagt, so müssen wir euch fragen, sollt ihr einsehen wie wenig ihr das Jndenthum kennt und wie tief ihr es verkennt, sagt, wie kommt ihr denn zu dem Wunsche, aus den Reihen anderer Religionen heraus eure Zahl zu vermehren? Welches ist das entscheidende Motiv bei allen diesen eueren Unternehmungen? Gebt ihr euch Rechenschaft von eurem Vorgehen, dann findet ihr bald, daß es eine Ueberzengung ist, die euch dazu treibt und treiben muß, eine Ueberzeugung, die wir nicht!heilen, und die darum bei uns diese Folgen nicht haben konnte. Ihr glaubt fest und unwandelbar, nur eure Religion sei die allein seligmachende, nur wer sich

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