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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-04-01 · 7-8 (4.1875) · p. Seite 162

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
7-8 (4.1875)
Date
1875-04-01
Page
Seite 162 (sequence 6)
Language
German
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162 ßen nennt, — ich meine einen Großen im Reiche der Geister, nicht nach dem schlechten Gebrauche, der auch den Begüterten einen Großen nennt, — der in einem reich geschmückten Kleide einhergehet oder in einem prächtigen Wagen sührt, so wenig ist eine Begebenheit groß, wobei Naturerscheinungen, seltsame Phänomene wahrgenommen werden. Und wenn es auch der Vorsehung in ihrem unerforschlicheu Rathe und in ihrem allmächtigen Wirken gefallen hat, den, Lauf der Natur außergewöhnlich zu lenken, so war es ein einzelner Fall uitb für einen einzelnen Zweck. Sehet, selbst unsere Weisen haben diese Erkenntniß sinnig und treffend ausgesprochen, wenn sie sagen: כל שראה יחזקאל ראה ישעיה למה יחזקאל דומה לבן כפר שראה את המלך וישעיה לבן עיר שראה ״ וכרDie Propheten Jeschajahu und Jecheskeel haben beide dieselben Erscheinungen als Propheten gesehen; Jeschajahu gleicht einem Städter, der den König gesehen," — weil er von Gottes Herrlichkeit einfach, würdevoll, ohne Prunk redet, — ״Jecheskeel aber gleicht einem Dorfbewohner, der den König gesehen," 3) — dem Alles fremd und ungewöhnlich erscheint, und der daher auch in ungezügelten, kühnen Darstellungen die Herrlichkeit Gottes schildert. — Seinem Auserwähtten, dem Treuen seines Hauses, unserem göttlichen Lehrer Mose offenbaret sich der Herr: באיכפקלריא ״ המאירהin klarer Offenbarung", 4) nicht in räthselhaften, dunkeln Erscheinungen; aber den Pharao, den, der fragte: Wer ist Gott? kann nur eine Reihe der seltensten, wunderbarstell Erscheinungen beugen, aber nicht belehren. Nicht also, meine andächtigen Freunde, bei den Wundern und Zeichen, die Gott gethan in Mizrajim, verweilet unser staunender Blick; denn sein ist der Tag, und sein ist die Nacht! והפך לבקר ״ צלמות וירם לילה החשיךer wandelt in Morgenlicht den Todesschatten und verfinstert den Tag in dichte Nacht," 5) aber bei dem großen, für alle Zeit und Ewigkeit gesprochenen Worte: ולקחתי ״ אתכם לי לעם והייתי לכם לאלהימUnd ich werde Euch annehmen mir zum Volke und werde Euer Gott sein." Gar viele Völker haben das Joch drückender Knechtschaft auf ihrem Nacken geduldet, und haben es endlich abgeschüttelt. Aber welches Volk auf Erden ist frei geworden durch Gott und frei gewordeu für Gott, daß es ihm sei ein Volk, und daß Er sei sein Gott? Nicht die leibliche 3) Chagiga 13 b. 4) Jebam. 49 b.

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