Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 6 (3.1975)
- Date
- 1975-03-01
- Page
- Seite 140 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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JI40 leuchtete ihnen der Hoffnung Helles Licht in der Erinnerung, daß Israel einst in der Knechtung durch Gottes Hand ״Licht ward in allen seinen Wohnungen." Anders, meine Theuren, wir! Geschwunden ist der Druck, uns umfächelt der Freiheit belebender Odem. Was soll uns nützen der Rückblick, was das Verharren in den alten Formen? Die alte Antwort, meine Andächtigen, sie ist reich und weit genug, um auch uns Befriedigung zu spenden: (Pf. 116, 13) ״ כוס ישועות אשא ובשם ה׳ אקראIndem wir erheben den Bechsr der Hülfe, indem wir den Becher, der Trost und Belehrung gefpendet so vielen Geschlechtern, füllen mit der Erinnerung Labetrank, rufen auch wir an den Namen des Ewigen!" Da durchströmet uns der Feuertrank und wirket ein auf unser Einzel- und auf unser Gemeindeleben, da läutert er unser Denken und weihet unsern Sinn, stärket und festigt unsere Gotteserkenntniß und unser Gottvertrauen! In diesen! Sinne, meine Andächtigen, weihen wir wiederum der Erinnerung das Fest der ungesäuerten Brode, indem wir zu erkennen streben, welche Mahnung es richtet an die in der Freiheit Lebenden, wie es noch heut und immerdar uns auffordert, unsere Feste zu feiern: זכר ליציאת מצרים als Andenken an den Auszug aus Egypten! Amen. I. ״ כוס ישועות אשאDen Becher des Heils erhebe ich!" — In Andacht Versannnelte! In eigengearteter Familienfeier haben wir am gestrigen Abende eingeleitet das Fest des Auszuges — haben mtt seltsamen Formen und Gebräuchen wir in unsere Erinnerung gerufen die Erlebnisse der Ahnen. Auch unser Texteswort haben wir sinnbildlich uns veranschaulicht, indem!vir vier Becher Weines füllten einem Jeden an unserer Tafelrunde. Vierfach haben wir erhoben den Becher des Heils und dabei angerufen den Namen des Ewigen. Welche Gedanken bergen sich uns in diesem Thun? סדין ״ לארבע כוסותWoher entstammt der uralte Gebrauch der vier Becher?" so fragen schon unsere palästinensischen Lehrer. Jeder Becher verkörpert ihnen einen Schriftvers und seine Weisung, und daher antworten sie in mannigfachen Wendungen, daß die verschiedenen Stufen und Abschnitte der Erlösung Israels, sowie die Geschicke der Folgezeit darin umschrieben sind. Alle vereinen sie sich in dem AMpruche: וכנגדן עתיד הק״בה להשקות את ישראל ארבע׳כוםות ״ של תנחומיםIhnen entsprechend wird Gott einst Israel reichen vier Becher des Trostes!" (Peßachim jerusch. X. 1.) Allein nicht ohne eigenes Hinzuthun fällt dem Irdischen in den Schooß die Gnadenspende des Ewigen! Jeder Lohn erfordert