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Israelitisches Predigt-Magazin · 1975-03-01 · 6 (3.1975) · p. Seite 139

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
6 (3.1975)
Date
1975-03-01
Page
Seite 139 (sequence 11)
Language
German
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139 Familie zu einem so sinnigen und innigen Familiengottesdienfte vereinigt, das anmnthige Schabuoth, das heitere Suckoth! Heil uns, a. Z., daß der religiöse Hauch noch immer Israels Familien durchweht, daß Innigkeit und Wärme in ihnen ist treu bewahret worden. O, lasset sie uns erhalten und befestigen, lasset uns unermüdlich schöpfen aus dem Quell der Freude und der Frömmigkeit, aus dem Borne des Heils, der sich vom H a u s e aus ergießt! Amen. II. Die vier Decher. Jeßachpredigt von Rabbiner Dr. Adolph Lewin in Koschmin. In Andacht Versammelte! Der Vergangenheit Erinnerung stets unverkümmert wahren im wechselnden Kreislauf der Zeiten, das ist eine hehre, aber auch eine schwere Aufgabe. Denn nur so lange ist dieses Wahren ein Erhalten, als wir uns bewußt bleiben der Ursachen und des Zweckes der Erinnerung. Dagegen wird nutzlos, matt und todt, eine Last und Bürde nur das Gedenken, so die Form allein geblieben und der Geist entflohen ist! Das wahre Erhalten aber, meine Themen, wird noch erschwert dadurch, daß wohl die Ursache ewig unverändert dieselbe bleibt, daß aber der Zweck und Eindruck, die Wirkung des Gedankens 'stetig wandeln und wechseln muß, je nach den Verhältnissen der Zeit, je nach der Strömung der herrschenden Gedankenrichtung, je nach den Bestrebungen, die sich Bahn zu brechen suchen oder sich dieselbe schon errungen haben. Da muß die Vergangenheit mit ihren Lehren herantreten, sichtend und sondernd, muß sie scheiden die Spreu vom Weizen, das Gesunde und Edle vom Unedlen und Gemeinen. Da muß der Vergangenheit Gedenken uns der Wegweiser werden in des Lebens Wirrnissen! Ewig nur daher, meine Andächtigen, wird von dem denkenden Menschen wiederholt des Psalmisten Frage: (Psalm 116, 12) 'מה אשיב לה ״ כל תגמולוהי עליWie kann ich vergelten dem Herrn all' seine Wohlthaten an mir?" In welcher Weise, mit welcher Absicht, zu welchem Zwecke soll immer wieder ich gedenken und dem Ewigen danken ich die Fülle seiner Gnaden? Sehet, meine Themen, in hartem Drucke schüttelten die Ahnen ab von sich die alpenschwere Last, da in Gedanken, Formen, Bildern sie sich veranschaulichten des Ewigen rettende, helfende Macht. In der Knechtschaft Finsterniß Israelitisches Predigt-Magazin. März 1875. 9* 1

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