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Israelitisches Predigt-Magazin · 1975-03-01 · 6 (3.1975) · p. Seite 138

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
6 (3.1975)
Date
1975-03-01
Page
Seite 138 (sequence 10)
Language
German
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138 Natur, wohlthätig, in uns gesenket hat. Aber sie würden zumeist unentwickelt bleiben, wenn nicht in dem Familienkreise sie zum Leben erwecket würden und zu edler Wirksamkeit. In unserer Kindesbrust zunächst werden die still schlummernden, edlen Triebe wachgerufen: die Liebe zu denen, die das Leben uns gegeben und die sich dann ausdehnet auf Geschwister und Freunde, bis sie, wohlgeleitet, alle Menschen umschließet; die Ehrfurcht vor den Eltern, die aus diese nicht eingeschränket bleibet, sondern zur Ehrerbietung sich gestaltet gegen Alle, die durch Alter, Lebenserfahrung, Weisheit aus Aus- Zeichnung Anspruch machen dürfen. Ein inniges, schönes Familienleben wirket auch dadurch veredelnd aus des Hauses Genossen, daß es ihren Blick empor zum Himmel richtet, zu dem, der unser Aller Vater ist. Wo die Familie vom Hauche heiliger Liebe durchwehet ist, da werden sich die Herzen, so sie ihre Natürlichkeit sich bewahret haben, dankbar Dem zuwenden, den sie als den Urheber alles Guten lieben und verehren müssen;׳da werdet Ihr sehen, wie Vater und Mutter des Kindes Blick zum Hirnnlel emporrichten und es zn Dem emporschauen und beten lehren, der unser Aller liebender Vater ist. Ja, m. Fr., im Hause, in der Familie entspringet der F r ö mmigkeit heiliger Quell, da empfängt der fromme Sinn stets neue Nahrung, neue Anregung. Das, m. A., hat denn auch die Religion des Judenthums klar erkannt und genugsam gewürdigt, mehr-denn jede andere. Wie hat sie darum auch das Haus zu einem heiligen Tempel gestaltet, erhoben und geweihet, nicht nur damals, als sie die erste Feier in Egypten in des Hauses Räume verleget hat, nein, auch jetzt, auch heute noch, da sie mit sinnreichen Symbolen und Erinnerungsdenkmalen es geschmücket und gezieret hat. Gleich beim Eintritte in das Haus mahnet die Mesusa an die hehre Bestimmung des Hauses, daß es ein Tempel des Herrn, ein Gotteshaus sein soll, und sinnvoll spricht es das ״Schaddai" aus, wer in dem Hause thronen will, der allmächtige Wellenlenker, der himmlische Vater. Hier im Hause kehret der Sabbath ein wie eine mit allem Liebreize geschmückte Braut und heiligt und weihet Dein Haus und verkläret Deinen Familienkreis. Mit frommem Segensspruche begrüßt der Vater die liebliche Sabbathbraut, und Söhne und Töchter drängen sich um Vater und Mutter, um bei ihrem glückverheißenden Eintritte den elterlichen Segen zu empfangen. Und mit welcher Liebe und Sehnsucht werden hier die Feste des Herrn empfangen, das heilige Peßach, das alle Glieder der

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