Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 6 (3.1975)
- Date
- 1975-03-01
- Page
- Seite 137 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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13? beglückenden Bewußtsein, daß es in dem Anderen einen treuen Freund, eine Stütze und einen Halt besitzet, dem es stets vertrauen darf. Und nicht durch die Liebe nur, nein, auch durch den heiligen Frieden, der über einend schönen Familienleben waltet, beglücket uns dasselbe. Wer kann, wenn das Herz in stetem Aufruhr sich befindet, wenn von Neid und Mißgunst, von Rachsucht und Ehrgeiz, des Menschen bösen Geistern, das Herz heimgesuchet wird, sich glücklich fühlen! Hier im Hause, im Kreise der Deinen, wo Keiner dem Anderen Uebles gömret, wo in Freundlichkeit und Wohlwollen die Herzell für einander schlagen, da wird der heilige Gleichklang der Seele nicht gestört, unb die Seiten des menschlichen Herzens klingen von keinem Mißton wieder: da herrschet heiliger, beglückender Friede. Das Familienleben aber beglücket nicht allein, sondern es wirket auch veredelnd und versittlichend auf die Glieder des häuslichen Kreises. Denn, m. A., ist unser Herz hier der Liebe geöffnet worden, dann bleibet sie nicht eingeschränkt auf des Hauses nächstell Kreis, nein, sie dehnet ihren Einfluß weiter aus — auf Alle, die in ihre Nähe treten. Das Herz, einmal mild und weich geworden, kann sich llicht sogleich wieder verhärten und verschließen. Du schauest mit Innigkeit und Zärtlichkeit auf Dein anmuthiges Kind, das, hülstos, seilte Häudlein ausstreckt nach Deinen Vaterarnien. Wie könntest Du Dich da lieblos abwenden von jenem armen, verlassenen Kinde, den! keine Vaterarme liebend sich entgegenstrecken, dessen arrne Mutter um Deinen Schutz, um Dein Erbarmen fleht! Hochbeglückt schauest Du auf Dein geliebtes Weib, die Dein Leben mit neuen Reizelt schmückt. Wie drängt es Dich, jeden ihrer Wünsche zu erfüllen, bevor sie ihn noch ausgesprochen, duftende Blunien aus ihren Lebensweg zu streuen! Wie? Könntest Du jener Armen Deine Hilfe versagen, die den Gatten schon früh verloren unb nun Niemanden hat, der ihr Schutz und Schirm verleiht, der für ihres Leibes Nothdurft sorgt? Willst Du, mein Freund, den bedeutsamen Einfluß eines schönen, innigen Familienlebens kennen und würdigen lernen? Sieh den Keim, der tief verborgen drunten schlummert in der Erde dunklem Schooß. Da grüßet ihn der Sonne erwärmender Strahl und wecket ihn zu neuem, schönem Sein. Was ungekannt in der Erde ruhte, tritt, vont Strahl der Sonne wach geküßt, hervor ans Tageslicht, entfaltet sich zur lieblichen Blume, zur labenden Frucht, die durch ihren Farbenschmelz, durch ihren Wohlgeruch den Menschen erfreut, und durch ihren Wohlgeschmack ihn erquicket und labt. Also die Familie. In unserem Herzen ruhen Triebe, die die