Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 6 (3.1975)
- Date
- 1975-03-01
- Page
- Seite 136 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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136 geschlossen hätten! Ausgeschlossen von allem Verkehr mir ihren andersgläubigen Brüdern, gehaßt, versolgt, beschimpft, geschmäht, mar ja die Familie der einzige Zufluchtsort, in dem sie sich sicher und geborgen suhlen dursten. Hier vergaßen sie die bitteren Kränkungen, die nran ihnen draußen zusügte, die schmachvollen Zurücksetzungen, die sie draußen, ach! so tief und schmerzlich verwundeten; hier urtheilten sie kälter und ruhiger über Feindseligkeiten, mit denen man ihnen das Leben vergällte und verbitterte. Denn hier, an der Brust der zärtlich geliebten Gattin, in der Mitte eitler blühenden Kinderschaar sühlten sie sich ja reich entschädigt für alle Entbehrungen, die sie sich draußen allserlegen, für alle Kränkungen, die sie drailßell widerstandslos ertragen mußten. Denn Gattill und Kinder sragteil nicht ilach den Ehren, die ihnl drailßell bezeuget wurden und gestimmten das Maaß ihrer Liebe nicht nach der Stelllmg, die sie im Leben einnahlnen. Sie öffneten ihnen ihr Herz, sie trösteten sie so ilmigtich, sie zeigten so unverholen ihre Liebe, ihre Achtung, Ulld sie, uilsere Väter, füllten sich durch den reichen Schatz von Liebe und Treue, der hier im Schooße der Familie für sie verborgen war, so beglückt, daß sie selbst mit ihren Peinigern nicht tauschell mochten, so stolz ulld übermüthig diese auch aus sie herabgeschauet und ihre Verachtullg if;nen bezeuget haben mögen. Aber, m. Fr., bedarf es öemt des Hintergrundes einer unglücklichen Lebensstellullg außerhalb des Kreises der Familie, um den Segen, einer Familie anzugehörell, urls tief und innig empfinden zu lassen? Breitet nicht die Familie segnelld, schützend und schirnwnd ihre Fittige über Alle aus, die von ihrem Zauberstabe berührt werden? Seht, m. Fr., ein schönes, inniges Familienleben beglücket vor Allem. Ja, meille Brüder und Schwesterll, die ein freundliches Geschick in einen anmuthigen Familienkreis gestellet hat, Eure leuch- Lenden Züge spreche!! es imverhohlen aus, Ihr zweifelt hieran nicht. Ihr wisset es, daß Liebe allen! das Lebell verschönert, es schmücket und zieret, das Leben des Lebens werth erst machet. Wo aber empfängt dieser edle Trieb, von Gott selbst in unser Herz gepflanzet, die reichste Nahrung? In! Hause, im Kreise der Familie. Hier festigt die Liebe die heiligen Bande, die Vater und Mutter an Sohn und Tochter, die die Gatten aneinanöer unauflöslich knüpfen. Könnet Ihr Euch Schöneres, Lieblicheres denken, als wenn alle Herzen im Familienkreise in Liebe für einander schlagen, als wenn Eines auf des Andern Antlitz lieset: Wie lieb' ich Dich! — als wenn Eines das Andere in Beweisen des Wohlwollens und der Zärtlichkeit zu überbieten trachtet. Da weiß Jegliches sich sicher in dem