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Israelitisches Predigt-Magazin · 1975-03-01 · 6 (3.1975) · p. Seite 135

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
6 (3.1975)
Date
1975-03-01
Page
Seite 135 (sequence 7)
Language
German
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ISS Euch vor Augen stellen, was die alten jüdischen Lehrer zum Ruhme und Preise der jüdischen Familie verkündet, die Lehren und Mahnungen, die sie uns um ihretwillen empfohlen, ans Herz geleget haben. Wo fände ich auch Anfang, wo Ende? Darum lasset mich nur das eine Wort Euch nennen, das den hohen Werth, den die jüdischen Alten dem Familienleben beigelegt haben, unwiderleglich bekundet: ״Der", sagen sie, ״übet wahrhaft Frömmigkeit, Recht und Gerechtigkeit zu aller Zeit, der Weib und Kind redlich nähre." ") Richten wir endlich unserer: Blick auf das geschichtliche Leben unseres Volkes, auf die Zeit feiner staatlichen Selbstständigkeit. Welche Zeit preiset es als seine glücklichste? Etwa die, in der es Macht und Ansehn nach Außen gewann, in der seines Landes Grenzerr sich erweiterter:, feiner Bewohner Zahl sich ansehnlich gemehrt hat, in der des Landes Schätze sich gehäufet und seine Stimme im Rathe der Völker mit Achtung ist vernommen worden? Nein, m. A., als die glücklichste Zeit preiset die Geschichte unseres Volkes diejenige, in der ״eir: Jeglicher saß unter seinem Weinstocke ur:d seinem Feigenbaume", in der eir: Jeglicher des süßen Glückes eir:es friedvollen Familienlebens sich erfreuen durfte. Es hat, m. Fr., unser Volk seine politische Selbstständigkeit eingebüßet. Nach Gottes heiligern Rathschlusse ist es vertrieben worden unter die Völker und hat sich gemischet unter die Nationen alle, die auf dem Erdenrunde wohnen. Und doch — Eines hat es neben seiner unverbrüchlichen Treue gegen seinen uralten Glauben mitgenommen aus feiner alten Heimath und sich treu bewahret unter allem Mißgeschicke, unter allen Leiden: das ist der Familiensinn, der es schmückte und der von seinem heiligen Gesetze ihm ist anerzogen worden. Dieser Familiensinn, a. Z.. war, neben der Treue gegen die Religion Israels, sein treuester Freund, der es tröstete und ausrichtete, ja der ihm reichen Ersatz verschaffte, wenn die feindliche Außenwelt es mit kaltem Blute von sich stieß und jegliche Gemeinschaft mit ihm ängstlich mied. Doch dies führet uns zum Zweiten. II. Denn, n:. Fr., wir wollten ja nicht minder auch die Bedeutung der Familie für uns selbst zum Gegenstände eingehender Besprechung erheben. — Freilich, m. A., was wäre unserer Väter Loos gewesen, wenn sie sich nicht mit allen Fasern ihrer Herzen der Familie an- 10) 1. Kg. 10, 25.

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