Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 6 (3.1975)
- Date
- 1975-03-01
- Page
- Seite 134 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9616701-9619452-9619603--0158-9619609- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ist Und die Propheten? Steht in ihren Augen doch das Familienleben so hoch, daß sie ihm zumeist ihre farbenreichsten Bilder entnehmen, wenn sie die heiligen Beziehungen zur Darstellung bringen wollen, die Israel an seinen Gott, die Gemeinde Jakobs an ihren erhabenen Schutzherrn knüpfen. Wie der Jüngling der holden Jungfrau die Hand zum ewigen Bunde reichet und Beide ihre Lebensloose unauflöslich an einander knüpfen, also verlobet sich Gott seinem Volke Israel für die Ewigkeit in Recht und Gerechtigkeit, in Liebe und Erbarmen. — ״Kann, also spricht der Prophet/) die Mutter ihres Säuglings je vergessen, daß sie sich nicht erbarme ihrer Leibesfrucht? Doch selbst, wenn sie sein vergäße — ich vergäße dein nicht." Und die Dichter des israelitischen Alterthums? Haben diese ihrer Leier kein Lied zum Lobe des Familienlebens zu entlocken gemußt? Danken wir diesen keine Herz und Geist erquickenden und erhebenden Darstellungen des Familienlebens? Doch, m. Fr., wenn ich Euch nur an jenes unübertroffene, weil unübertreffliche Lied vom ״braven Weibe" (אשת חיל) mahnte, das so entzückend herrlich der treuen Gattin anspruchloses Wirken und Schaffen im Kreise der Ihrigen zur lebendigen Anschauung bringt, dann, wahrlich, hätte ich auch hierdurch schon die tiefe Verehrung Euch dargethan, von welcher die Dichter in Israel für das Familienleben erfüllet und durchdrungen waren. Und doch, ich würde ein Wesentliches unterlassen, wollte ich nicht an jenen wunderherrlichen Psalm des König- Sängers Euch erinnern, der also sein Liedzum Preise eines schönen Familienlebens erklingen läßt: ״Heil Jedem, der den Ewigen sürchtet, der da wandelt in seinen Wegen! Deiner Hände Arbeit issest du; Heil dir und Wohl dir! Dein Weib ist wie die Rebe blühend im Innersten deines Hauses; deine Kinder sind wie Schößlinge des Oelbaumes rings unr deinen Tisch. Siehe, also wird der Mann gesegnet, der den Ewigen fürchtet! Es segnet dich der Ewige von Zion aus; du schauest das Glück Jerusalems alle Tage deines Lebens und schauest Kinder von deinen Kindern. Friede über Israeli" 8 9) Und schauen wir auf den Talmud. Ist er. von der Hoch- Achtung gegen das Familienleben minder durchdrungen? Leget er die Heilighaltung der Famille uns minder warm ans Herz? Wahrlich, m. Fr., ich käme in nicht geringe Verlegenheit, wollte ich Alles 8) Jes. 49, 15. 9) Psalm 128.