Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 6 (3.1975)
- Date
- 1975-03-01
- Page
- Seite 133 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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133 Tribut der Allerkennung freiwillig dargebracht, den es ihr schuldete. Für alle Jnstitutiolien, die das israel. Volk geschaffen, bildete denn auch die Farnilie stets ben Mittel- und Allsgangspunkt. Wenn sich Israel auf feinem Zuge durch die Wüste um das Stiftszelt lagerte, darin war oer Lagerordllwlg die Eintheilung des Volkes in Stämme und Familien zu Grunde gelegt?) Denn weislich hütete man sich, die Ballde zu lösell, die die Glieder des Volkes an ihre Famitten knüpften. Wenn ein Krieg begonnen und das ganze Volk zum Heereszuge aufgefordert wurde, dann ward Jeiten vor Allen das Recht eingeräumt, vont Kriege sich zurückzuziehen, die ein neues Familienleben sich begründet, einen Ehebund geschlossen hatten?) Und wie in seinen staatlichen, also prägt sich auch in seinen religiösen Bestimmungen, Anordnungen und Festsetzungen der Gedailke vorzugsweise aus, daß das jüdische Volksleben die Fanülie als ihre Stütze und unverrückbare Grundlage erkannte und würdigte. Die erste gottesdienstliche Feier, die Israel kurz vor feinem glorreichen Auszuge aus Egyptens Sclavenlande auf Gottes heiligen Befehl begehen sollte, wohin ward sie verleget? In des Hauses Räunte, ill den Kreis der Familie: hier sollte der Familienvater gleichsant als der geweihte siriester, das Haus als der Tempel unb die Pforte, die durch das Blut des Opferlainmes geweihet ward, als der heilige Altar erscheinen?) Ja, nt. Fr., welche Weihe und Heiligkeit die Religiott des Judenthunls über das Familienleben ausgebreitet, wie sie es in seiner Reinheit zu bewahren, vor jeder unzarten Berührmtg es zu beschützen und zu behüten getrachtet, das wird auf jedem Blatte der heiligen Schrift uns klar bezeuget. Wie hoch stellte sie die Familienhäupter, Va^er mtd Mutter! Wie hat sie das Gefühl der Elternliebe, das freilich schon die Natur in uils geleget, sorgsam in uils geheget und gepfleget und das Gefühl der Ehrfurcht vor Vater und Mutter, die sichtbaren Stellvertreter Gottes, in uns gewecket und genähret?) Hat doch dieses Verhältniß insbesondere seine Weihe und Heiligung dadurch empfangen, daß es selbst aus unsere Beziehung zu unserem Gotte ist übertragen worden: Gott — der Vater, wir -- die Kinder! 3 4 5 6 7) 3) 4. B. M. 2, 2. 4) 5. B. M. 20, 1—10. 5) 2. B. M. 12, 3—11. 6) 5. B. M. 6. 7) Hosea 2, 21 u. 22. M