Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 4-5 (1.1875) Januar-Februar
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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124 was Du ihm hier auf Erden gewesen: ein Fürsprecher, ein Fried e n s b o t e. Tann wird sie anbrechen jene Zeit, nach welcher Du gestrebt, nach welcher Dein Geist sich gesehnt, dann werden durch Deine Thaten, durch Deine Schöpfungen zur Wahrheit werden die Worte der Schrift: ״ , וגם כל העם הזה על מקומו יבא בשלוםund dieses ganze Volk, das einheitliche, ungelheilte Judenthum, wird an seinem Ziele anlangen in Frieden, mit Frieden!" Amen. VI. Die zwei Dundeslasklii. Trauungsrede von Rabbiner Dr. Rippner in Glogau. Geehrtes Brautpaar! Unsere Weisen haben uns ein tiessinniges Wort überliefert, wenn sie sagen: Die beiden Tafeln des Bundes, den Gott mit Israel am Sinai geschlossen, sie sind ein Gleichniß des Bundes zwischen Bräutigam und Braut. Diese beiden Taseln, sind sie nichts eins in ihrem Wesen; wohl behandelt jede von ihnen ein verschiedenes Gebiet der Sittlichkeit, aber giebt es im Grunde nicht nur eine Sittlichkeit, eine Tugend. Aeußerlich unterschieden sind diese beiden Tafeln: aber in ihrem innersten Kerne zusammengehörig, zu denselben Zielen strebend, aneinandergeheftet ungefähr wie zwei Flächen desselben Körpers: שני לוחות aber תורה אחת zweiBundestaseln und eine Thora — das nennen die Alten in wunderbarem Tiejsinn ein Gleichniß der Ehe. Wo die Ehe wahrhaft ein Gottesbund ist, da sind es zwei Seelen, die gewissermaßen zu einer zusammenfließen; aber wie zwei Flammen in vereintem Lichte ungleich Heller aufleuchten, als da sie getrennt nebeneinander brannten, so loht auch die Begeisterung für alles Edle und Gute ungleich stärker in zwei Menschenherzen, welche die Liebe verbindet zu einem Wesen. Was wäre die eine Bundestafel, so sie nicht vor: der andern ergänzt und vervollständigt würde? Sie gliche einer zertrümmerten Bildsäule, deren einstige Schönheit wir ahnen, aber nicht empfinden) während sie beide zu eiuanber gestellt als das Urbild aller Wahrheit, als der Lichtkern uns entgegentreten, von dem alle Geistesstrahlen ausgehen. Und was wäre des Mannes Kraft