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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-01-01 · 4-5 (1.1875) Januar-Februar · p. Seite 116

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
4-5 (1.1875) Januar-Februar
Date
1875-01-01
Page
Seite 116 (sequence 30)
Language
German
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116 läge unseres alten, festen Baues, was bedächtig und voll Pietät gegen der Altvo-rdern Sitte vollbracht wird. Aber auch hier kann nur unser Wirken von gedeihlichem Erfolge begleitet sein, so wir vor Allem den Frieden mit all' unfern Menschenbrüdern, den Frieden unter uns pflegen und bewahren. Nur w'er an der Hand der Eintracht und des Friedens wirkt, nur der liebt, der fördert das Gotteswort. ״Mächtig schaffend ist der Friede, und verliehn wird er nur denen, welche die Lehre lieben." ״Ja, so du wandeln wirst in meinen Wegen und beobachtest meine Vorschrift, ״deren Anfang, Mitte und Ende nur Lieb' und Eintracht athmen", dann werde ich dir Vertrauen und Zugang verschaffen zu denen, die hier vor dir stehn." II. Das Zweite, m. A., das unser Textwort als Bedingung einer gedeihlichen Wirksamkeit hinstellt, ist: ״ רגם אתה תדין את בניתיso du auch richtest mein Haus." Und gewiß, wie immer so auch heute noch ergeht diese Mahnung an den Führer in Israel. — Es genügt nicht, daß er abgeschlossen und zurückgezogen von Allen nur hier an diesem Orte kündet, was der Herr durch ihn spricht, denn schnellverhallend und leichtverfliegend ist das Wort, kann, gar oft mißdeutet, oft mißverstanden, seine Wirkung verfehlen: nein, auch aus das H a u s, welches von jeher durch den in ihm weilenden religiösen Sinn, durch Zucht und edle Sitte ein Stolz, eine Zierde gewesen unseres Stammes, auch auf das Haus sei seine Aufmerksamkeit gerichtet. Mit Recht behaupten unsere alten Lehrer, daß nur der verbreiten und fördern könne die göttlichen Wahrheiten ״ אהב את הבריותder die Menschen liebt." Und worin anders könnte sich dies bewähren, als wenn der Lehrer in Israel leutselig und menschenfreundlich sich Zugang zum Hause verschafft und hier einem Jeden ohne Ansehn der Person als ein treuer, offener, zu jeder Zeit hülfebereiter Freund erscheint, der mit einem Jeden in Freud und Leid, in Glück und Unglück, warm und innig mitfühlt, wie anders sich dies bewähren, als wenn er, frei von jedem Eigennutz, voll Treue, voll Hingebung sich zum Muster und Vorbild nimmt jenes Prophetenwort את האבדת אבקש ואת הנדחת אשיב ״ ולנשברת אחבש ואת החולה אחזקdas Verlorene will ich aufsuchen und das Versprengte zurückführen, das Verwundete verbinden und stärken das Kranke" (Ezechiel 34, 16). — Wie einst der Hohepriester die in Edelstein eingegrabenen Namen der Stämme Israels auf seiner Brust tragen sollte, — ein erhabenes, leicht zu

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