Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 4-5 (1.1875) Januar-Februar
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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107 euch Hirten nach ment ,ent Sinne geben." Ja, hin nach dem klaren Brunnen, aus dem der reine, ungetrübte, geläuterte Quell des jüdisch-religiösen Lebens fließt, weist die Zeit mehr als je die Hirten Israels mit dem Rufe: השקו הצאן. Doch noch gar so viele der Hirten sagen, ähnlich wie einst die Hirten zu Jakob sprachen: ״ לא נוכלwir können nicht", wir können aus dem Brunnen der Religion das Volk heutzutage rächt tränken, es ist die Zerklüftung der Parteien, die Verschiedenheit der Ansichten, es ist so manche Gefahr für unfern Glauben, die uns wie ein schwerer Stein des Anstoßes erscheint, wie ein schwerer Stein, der die Mündung des Brunnen bedeckt. Die Einen wollen, die Andern können wirklich das Hinderniß, beit Stein, nicht hinwegwälzen, der den Segensquell bedeckt. ״ עד אשר יתאספו כל העדריםja, sagen sie, bis einst alle Heerden und alle Hirten in gleicher Ansicht vereint sein würden", bis es keine auseinandergehenden Glaubensmeinungen, keine Parteien aus religiösem Gebiete mehr geben wird, וגללו האבן ״ מעל פי הבארdann können alle die gleichgesinnten Hirten den Stein des Anstoßes Hinwegräumen, dann dem Volke die Glaubens-, Bildungs- und Erleuchtungsquellen erschließen und Zuströmen lassen." O, schöne, goldene Zeit der Einhelligkeit und des eittigen Strebens der vereinten Heerden und Hirten, Zeit des gefestigten und geläuterlen Glaubens in Israel! Sehnsuchtsvoll schlagen unsere Herzen dir entgegen; aber muß darum die Jetztzeit eine glaubenslose sein, weil sie nicht glauben will, daß der Stein nicht hinweggewälzt werden kann von dem heiligen, himmlischen Brunnen? muß bis zur allgemeinen Einigung der Geister das jüdische Volk geistig darben? darf es hie und da nicht auch ein vom Lichte der Jetztzeit umflössener einzelner Mann, der mit liebewarmem Herzen nach dem Hirtenstabe griff, versuchen, die Gefahr zu beschwören, den Stein hinwegzuwälzen von der Mündung des Brunnens, aus dem Licht und Erleuchtung, srontmer Sinn und sinnige Frömmigkeit hervorgehen soll? Ja! ruft die Stimme der Jetztzeit, lasst nur den rechten,Mann mit dem rechten glühenden Eifer für seinen Beruf, mit dem Herzen voll Liebe für ein er leuch tes, frommes Zeitalter kommen, und glaubet mir, wie es dem Jakob einst gelang, als der reinen Liebe heilige Gluth fein Herz erfüllte, den Stein von der Quelle Rand hinwegzuwälzen, wie er, der Einzelne, vermochte, was den Anderen in Mehrzahl unmöglich schien, so kann und wird dem vom starken, frommen Willen, von Liebe getragenen, seine Zeit erkennenden Manne auch jetzt noch mit göttlichem Beistände es gelingen, den Hirtenstab segensreich zn führen, die Heerde aus reinem,