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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-01-01 · 4-5 (1.1875) Januar-Februar · p. Seite 94

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
4-5 (1.1875) Januar-Februar
Date
1875-01-01
Page
Seite 94 (sequence 8)
Language
German
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94 bis ich meinen Auftrag vollführt." — Den Eltern ist eine wichtige Aufgabe, eine hohe Sendung: das schwere Werk der Kindererziehung anvertrauet. Sie wollen des Glückes theilhaftig sein, ihre Kinder trefflich erzogen, sie geehrt und geachtet unter den Nebenmenschen zu wissen; aber den Mühen der ihnen anvertrauten Sendung,'der Last dieser Aufgabe wollen sie sich nicht selbst unterziehen; sie müßten von Elieser sprechen lernen: ״ לא אוכל ער 21׳Ich kann den höchsten Segen, durch Kinder beglückt zu werden, nicht genießen, wenn ich meine Aufgabe nicht vollführt." Nur als Frucht der Arbeit kann der Genuß dem Menschen auf Erden werden. Nur von deinem Schweiße befeuchtet kann die Freude dir erblühen, nur aus dem Boden deiner Thätigkeit kann der Lorbeer des Ruhms, der Kranz der Ehre, dir emporwachsen, nur der die Arbeit nicht gescheut, darf des Genusses sich freuen. Wie mancher will heutzutage die Freude, aber er will sich nicht durch Arbeit derselben werth machen; will den Becher des Genusses an seine Lippen setzen, ohne ihn durch Thätigkeit verdient zu haben. Er müßte wie Elieser sprechen: לא ״ אוכל 1כ'Arbeit ist der Beruf des Menschen, ich will nicht eher genießen, bis die Arbeit den Genuß mir versüßt hat." — Das Sinnen und Streben eines großen Theiles der Menschen ist auf die eitlen Vergnügen der Erde gerichtet; die edelste Zeit, die beste Kraft opfern sie, um einige Stunden den Rausch eines aufregenden Vergnügens genießen zu können, und wenn dieser Rausch erkaltet-ist, bleibt nur eine wüste Leere, traurige Oede in ihrem Herzen zurück. Sie würden ihrem Leben edlere Ziele stecken, wenn sie von Elieser sprechen lernten: ״ לא אוכל וכויNur der Genuß wird unser Herz erheben, eine reine und bleibende Freude uns gewähren, der die Frucht edler Aufgaben ist, die wir für das Leben uns gestellt." Nicht nur Abraham, nicht nur Rebekka, auch Elieser kann uns als Vorbild dienen. Einfache, schlichte Verhältnisse werden aus ihrem Leben uns vorgeführt, aber jede ihrer Thaten und Bestrebungen, jedes ihrer Worte bietet uns eine unerschöpfliche Quelle der Belehrung. O, m. A., daß die Väter unter uns fest und stark wie Abraham zu sein vermöchten, wo es Gottes Sache gilt; daß die Frauen unter uns nach dem Kranze der Weiblichkeit unserer Stammmutter Rebekka streben würden; daß wir die Treue und Gewissen- Hastigkeit Eliesers uns zu eigen machten, dann würde man in uns erkennen die Nachkommen jenes Gotterwählten, dessen Segen zu verbreiten der Herr uns berufen. — כל רואיהם יכירו כי הם זרע ברך הי. Ämen!

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