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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-01-01 · 4-5 (1.1875) Januar-Februar · p. Seite 92

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
4-5 (1.1875) Januar-Februar
Date
1875-01-01
Page
Seite 92 (sequence 6)
Language
German
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«2 glückend sie Heirathsgut werde! Liebevoll, nachsichtig und nachgiebig, sprechen diese Väter, wollen wir unseren Söhnen gegenüber sein; sie vergessen aber, daß die Milde und Nachsicht, die Alles preisgibt, Gott und den Glauben, Frömmigkeit und Gottesfurcht, nicht wohlwollende Nachgiebigkeit, sondern frevelhafte Schwäche sei. II. Rebekka, erzählt uns unser Wochenabschnitt, wurde die Gattin Isaaks. ״Isaak brachte sie in das Zelt seiner Mutter Sarah, und er liebte sie immer mehr, und fand in ihr Trost um seine Mutter." Wodurch aber Rebekka die Lücke, die der Tod SaraL/s in dem Herzen Jsaak's zurückgelassen, ausfüllen konnte, wodurch es ihr gelang, je älter sie wurde, immer liebenswerther ihrem Gatten zu erscheinen, deuten uns unsere alten Weisen in einem ihrer sinnigen Aussprüche an: כל זמן ששרה קיימת היה נר דלוק באוהלה׳ וברכה מצריה ״ בעיסה ׳ וענן קשור על האוהלSo lange Sarah lebte, brannte in ihrem Zelte ein Licht, von Sabbath zu Sabbalh, der Segen war in dem Brode, das sie bereitete, und eine Wolke ruhte auf ihrem Zelte. Dies hörte mit dein Tode Sarah's auf, kehrte aber wieder zurück, als Rebekka in dem Zelte Sarah's zu walten begonnen." Das Licht, m. A., welches Rebekka in ihrem Zelte wieder anzündete, war das Licht der Religion und Gottesfurcht, welches in der Uebung des Sabbathgebots wohl am hellsten strahlte. Rebekka pflanzte den Geist der Frömmigkeit und Gottesfurcht in ihr Haus und erfaßte damit wahr und tief ihren weiblichen Beruf. Durch Frömmigkeit und Gottesfurcht wird die Gattin erst, was sie nach dem Worte der Schrift sein soll, die Helferin und Trösterin des Gatten: אשא עיני אל ההרים מאין יבוא עזרי ה״ה״ד אעשה לו עלר כננדו . Wenn Drangsal und Noth das Haus heimsuchen, wenn der Gatte, dem alle seine Pläne mißlingen, alle seine Unternehmungen scheitern, sorgenvoll spricht: ״Woher kommt mir Hilfe?" — da ist die fromme Gattin ihm עזר כננדו tröstende Helferin, sie richtet seine Blicke zum Schöpfer des Himmels und der Erde und umgürtet ihn mit Vertrauen und Muth und sich dadurch mit dem holdseligsten Reize für denselben. — Der Segen herrschte sichtbarlich in dem Brode, das Rebekka berettete, sagen ferner unsere Weisen. Mit Sparsamkeit waltete Rebekka am häuslichen Heerde, mit sorgsamen Händen hielt sie zusammen, was der Gatte erworben und ihr anvertrauet, und dadurch fand und erkannte sie den Segen Gottes auch in dem Brode, das sie aß. Und Rebekka konnte in diesem Geiste nur walten, weil sie die einsache Sitte, die schlichte Lebensgewohnheit Sarah's bewahrte, und

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