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Israelitisches Predigt-Magazin · 1874-12-01 · 3 (12.1874) · p. Seite 83

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
3 (12.1874)
Date
1874-12-01
Page
Seite 83 (sequence 21)
Language
German
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83 jenes Klageliedes ausbrechen: ״Ach! den ich so sorgfältig großgezogen, so sorgsam gehegt und gepflegt, der feindliche Tod hat ihn uns entrissen." — (Klagelied. Jeremias' 2, 22.) Als des Vaters geängsteter Blick die 'so plötzlich auftretende und so rasch sich entwickelnde Krankheit wahrnahm, da ließ er in seiner wachsenden Unruhe und Besorgniß durch Nichts sich beschwichtigen, da war sein Entschluß rasch gefaßt. Wie schwach auch der Hoffnungsstrahl war, der aus der Ferne ihm leuchtete, — er ließ Halls und Hof, Alllt unb Geschäft zurück, und eilte, die treue Gattin an der Seite, kein Opfer scheilelld, unter einen milderen Himmelsstrich, allwo ״die Somie Heilung bringen sollte auf ihren Fitligen." (Maleachi 3, 20.) Erlaßt es mir, teilnehmende Freunde, Euch diese Zeit des Hangells und Bangens, des Schwedens zwischen Furcht und Hoffnung, des Vaters treue Ausdauer und Sorgfalt, der schwächlichen Mutter unermüdliche Pflege und fast übermenschliche Aufopferung zu schildern. Des leidenden Hiob Klage wiederholte sich hier in vollster Buchstäblichkeit: ״Lange lmd bange Monde der Täuschung wurde!: uns zu Theil, Nächte voll Mühsal uns zugezählt." (Hiob VII, 3.) Ach, umsonst waren die Opfer, umsonst die Pflege, vergebens die heiße!: Wünsche und innigen Gebete, die aus befreundeten Herzen zum Allvater sich emporrangen, un: Heilung und Genesung für den Leidenden zu erflehen. Er welkte zusehends dahin, und die neues Leben erweckende Frühlingsso!:ne beschien ihn nicht mehr, ״er war in seinem Frühlinge abgepflückt worden. (Nach Hiob 8, 12.) Den tiefbetrübten Eltern fiel nunmehr die schwere Aufgabe zu, des theuern und geliebten Sohnes Leiche den: heimathlichen Boden zuzuführen — welch thrä!:enreiche Rückfahrt! Wie es in der heil. Schrift von der schwergeprüften Na'mi, die nach herbem Verluste in ihre Heimath zurückkehrte, heißt: ״Die ganze Stadt war tief ergriffen" (Ruth 1, 19) — so zeigt sich auch hier die Theilnähme nicht nur der ganzen Gemeinde an dem Trauergeschick ihres ersten Vorstehers, sondern auch die ei!:es hochachtbaren Theiles unserer Mitbürgerschaft. Und was Jene, die Ahnenmutter Davids, der theilnehmenden Menge schmerzbewegt zurief: ״O,!:ennet mich nicht mehr die ״Anmuths-" sondern die ״Wehmuthsvolle", denn bitteres Leid hat der Herr mir zugefügt. Voll und reich war ich von Euch gegangen, leer bringt mich der Herr zurück!" (Ruth 1, 20, 21) — diese Worte unausgesprochen lesen wir sie aus dem wehmuthsvollen Blick der schwerbetroffenen Eltern. Voller

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