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Israelitisches Predigt-Magazin · 1874-12-01 · 3 (12.1874) · p. Seite 82

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
3 (12.1874)
Date
1874-12-01
Page
Seite 82 (sequence 20)
Language
German
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IV. Worte der Trauer und des Trostes an der Wahre eines Schülers gesprochen von Rabbiner Vr. M. Rah mer in Magdeburg. Das ganze tiefe Weh, der unsägliche Schmerz, der unser Aller Herz, Lheilnehmende Trauerversammlung, Angesichts dieser Bahre durchzieht, entströmt dem erschütternden Gedanken, daß es der Leichnam eines Jünglings ist, den wir hierher gebracht, — tiefgebeugte Eltern beweinen den vorzeitigen Tod ihres ältesten Sohnes! Unter allen Schmerzenswunden, die der Tod den Ueberlebenden schlägt, ist unstreitig diejenige die brennendste, welche erwachsener Kinder allzufrühes Grab den Etternherzen zufügt. Wenn ein unerwarteter Frost zarte Blüthen, die dem Lichte der Frühlingssonne sich kaum geöffnet, überfällt und zu Boden wirft, wenn der Sturm ein junges Bäumchen, das in Kurzem seine edlen Früchte dem Menschen darreichen sollte, erfaßt und mitten entzwei bricht, dann blicken wir traurig und bedauernd hin auf solch' vorzeitige Zerstörung — in der fühllosen Natur. Um wieviel mehr nun erst in der fühlenden Menschenwelt! Wenn da der eisige Todesfrost ein lebenswarmes Herz erfaßt, wenn er blühende Wangen bleicht, eine jugendliche Kraft lähmt, einen hoffnungsvollen Jüngling zu Boden streckt — ach! wie viele Geistes- und Herzens blüthen sind da im Lebensfrühling geknickt, wie viele stolze Hoffnungen der Mutter sind da mit einem Male geschwunden, wie viele Zukunftspläne des Vaters völlig vereitelt! Händeringend hören wir die Eltern mit Hiob klagen: ״Wo ist sie hin, unsere Hoffnung? Wer erblicket sie? In die einsame Gruft hinabgestiegen, wo wir dereinst allesammt im Staube ruhn." (Hiob XVII, 15 u. 16). Und wie Jeremias auf den Trümmern Jerusalems, so sehen wir den schmerzerfüllten Vater hier an dieser Bahre, die die Trümmer feines erhofften Lebensglückes birgt, in die Worte

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