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Israelitisches Predigt-Magazin · 1874-11-01 · 2 (11.1874) · p. Seite 63

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
2 (11.1874)
Date
1874-11-01
Page
Seite 63 (sequence 33)
Language
German
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03 Herrn." Unsre alten Weisen, die doch leidlich bibelfest waren, haden verboten, Sprüche aus dem Kopfe zu ciliren! T. (Eigenthümlich ist auch die Aehnlichkeit mancher Predigt mit Philippson'schen; einmal (S. 151) gesteht's der Verfasser ein; bei der 3. — von S. 20 an — nicht. אין שני נביאים מתנבאין בסיגנון אחד Red.) 2) Caro, Dr. I. Ausgewählte Gelegenheitsreden. Erstes Heft. Danzig, W. Kasemann. 1874. 3) Donat, Dr. L. Aus der Zeit auf der Kanzel. Erstes Heft. Wir stellen diese 2 Predigthefte, weil sie beide in gewissem Sinne Gelegenheitsreden sind, unter einer Rubrik zusammen. Die ersteren nennen sich selbst so; das vorliegende Heft enthält 8 Reden, die 3 ersten bei Gelegenheit des Friedensfestes, einer goldenen Hochzeit, einer Friedhofseinweihung gehalten, sodann zwei Grab- und drei Traupredigten. — Die Predigten sind — fast alle — was Text und Eintheilung anlangt, zweckentsprechend abgefaßt, die Sprache gewählt und schwungvoll, nur hier und da ist vielleicht des Guten zu viel gethan, das rechte Maaß überschritten, manche Hyperbel nicht zu rechtfertigen. So gleich in der ersten Predigt (S. 8): ״Sie — die deutsche Nation — allein ist vermöge ihrer geistigen Anlage, ihres sittlichen Ernstes, vermöge ihrer consequenten Humanität, vermöge ihrer andauernden Bildungsarbeit im Stande, jenes herrliche Prophetenwort zu erfüllen, ״daß voll wird die Erde von Erkenntniß, wie Wasser bedecket den Meeresgrund." Wir erinnerten uns hierbei lebhaft der Zeit, wo man dieselbe Mission der französischen Nation zuschrieb, wo hebr. Dichter den ersten Napoleon als den ״Messias" besangen. Von solchen Extravaganzen muß selbst der überschäumende Patriotismus sich auf der Kanzel fern halten. In der sehr stimmungsvollen Rede ״am Grabe eines ertrunkenen Schülers" — der einen ertrinkenden Mitschüler retten wollte —, in der der Redner uns erzählt, wie er ״seinen Kopf Zermartert und gequält, wie er nach Fassung gerungen u. s. w." (um eine Antwort auf die Frage au die Vorsehung zu finden: Ist das der Lohn der guten That?), hat es uns Wunder genommen, daß der Redner, der die Antwort endlich in den Worten: ״Gerecht ist der Herr in allen seinen Wegen u. s. w." gefunden, und die Kurzsichtigkeit des menschlichen Blickes hervorhebt (״welchem Unglück mag der Verblichene aus dem Wege gegangen sein?") und herrliche Lehren über aufopfernde Liebe daran knüpft, nicht an die schöne hierher gehörige Talmudstelle (Kidduschin ) von dem mitten in der Pflichterfüllung seinen Tod findenden Sohn gedacht hat, alll wo die Frage איה אריכות ימים של זה? וכ׳ mit den trostreichen Worten beantwortet wird 'אלא ליום שסלו אך־ץך וסי; wie wir denn in der ganzen Rede keinen Hinweis auf Unsierblichkeit und künftigen Lohn finden. — In den Trauungsreden macht sich der Fehler, den wir Eingangs bereits angedeutet haben, doppelt fühlbar. Der Ausdruck wird schwülstig, das Poetische dithyrambisch; man hörBs am Sylbenfall und steht's an der Wortstellung. Einige Beispiele genügen: (S. 41,)

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