Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 2 (11.1874)
- Date
- 1874-11-01
- Page
- Seite 62 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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«2 die Predigten tragen eine sozusagen lokale Färbung. Der Sachkundige fühlt, auch ohne specielle Bekanntschaft mit dem Publikum des Herrn Dr. Landsberger, daß dieser jenes kennt, daß er, ungeachtet der ihm entgegenstehenden Schwierigkeit, kein stehendes, ständiges Auditorium zu haben, das Durch sch n i t 1 s - Bedürfniß seiner Hörer, also des betreffenden jüdischen Publikums der Residenz, erkannt hat und zu befriedigen versteht. Man darf nämlich wohl annehmen, daß dies der Fall gewesen sein wird. Der Berfasser spricht mehr zu dem Herzen als zum Verstände; ohne weinerlich zu werden oder auf Rührung hinzuarbeiten, weiß er das Gemüthliche zu treffen, und während man neuen Gedanken, Auffassungen, Ansichten oder Wendungen seltener begegnet, setzen die Predigten doch eine ״zeitgemäß-gebildete" und wiederum auch des Hebräischen, namentlich durch Reminiscenzen an Jugendeindrücke und an bekannte Gebet- und Pijutstellen, nicht ganz unkundige Hörerschaft voraus. Nur in einem Punkte ist in Betreff des Gemüthlichen etwas zu viel gethan, nämlich in den Traureden. Die Copulirten, besonders die Bräute, sind zumeist ehemalige Conftrmanden des Herrn Dr. L. gewesen, und derselbe ist, nach unserm Gefchmacke, etwas zu liebenswürdig gegen die Damen, es grenzt mitunter an Lobeserhebungen, wenn er ihnen ihre Vergangenheit ins׳ Gedächtniß zurückruft. Eine bestimmte religiöse Richtung oder gar Parteistellung ist in den Predigten nicht ausgeprägt; auch dies entspricht wohl dem Gefchmacke des betreffenden Publikums; doch ist die Wärme anzuerkennen, mit der der Redner an vielen Stellen für die Heilighaltung des Sabbath eintritt. Alles in Allem wird die Sammlung zur häuslichen Lectüre, sowie zur Benutzung und Verwendung recht gute Dienste leisten können. Wir haben aber noch eine Aeußerlichkeit zu tadeln, nämlich die sehr störende Jncorrektheit im Drucke der hebräischen Worte und Verse, während im Uebrigen der Druck correkt und die Ausstattung schön ist. Es sind wenige Seiten, auf denen nicht hebräische Worte falsch zu lesen sind, und das Buch ist doch am Wohnorte des Verfassers gedruckt. Das Unangenehmste ist, daß nicht überall Druckfehler vorliegen. Bedenklich ist schon die Consequenz, mit der Worte falsch auftreten; so ,S. 78 f. viermal 265 .6 ׳פטור מן הרייאה f. ebenso viermal למלכמה und S. 301 f. viermal נסאה (statt נסעה). In der 3. Traurede erscheint der Vers Ps. 23, 1 in allen möglichen Variationen, nur nicht ein einziges mal richtig. Man denkt unwillkürlich an die Anekdote von ויקרה קרדו und וירקה קרח• Noch weniger kann es dem Setzer zur Last fallen, wenn wir S. 142 lesen -׳למה תקר, את רק oder S. 77 גדול העושה צדקה יותר מן הקרבנות. Daß S. 154 die Worte גוי קדוש וממלכת כהנים (statt des Umgekehrten) nicht verdruckt sind, zeigt die beigefügte . Uebersetzung, und ebenso könnte in dem Verse Hiob 7, 1 וכמו שכיר S. 198 Druckfehler sein, wenn nicht übersetzt wäre: ״wie ein Tagelöhner." Ebenso ist S. 215 zu lesen '׳א?תתענג ר das על fehlt, aber es ist auch übersetzt: ״dann wirst du ... wieder ergötzen den