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Israelitisches Predigt-Magazin · 1874-10-01 · 1 (10.1874) · p. Seite 21

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
1 (10.1874)
Date
1874-10-01
Page
Seite 21 (sequence 23)
Language
German
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21 Erdenball darauf gestellt." Er trägt das Weltall, er erhält es, er ordnet, lenkt und regiert es; nicht vom blinden Zufall, nicht vom Ungefähr hängt Dein Geschick ab, sondern von Deinem Thun und Lassen, für das Du einem allwissenden Gotte verantwortlich bist und bleibst, der Herz und Nieren prüft, und ״jede Deiner Thaten, sie sei noch so verborgen, gut oder böse, in's Gericht bringt" — (Kohelet 12, 14.) — denn esgiebteinenTagdesGerichts! III. ״Gottes sind die Pfeiler der Erde, er hat das Weltenall darauf gegrüudet" — der mittelste und stärkste der drei Pfeiler, auf denen nach dem Ausspruche jenes Weisen in den ״Sprüchen der Väter" (C. 1,18.) die sittliche Welt ruht, ist: ״ דיןdas R e ch t." Gott hat die sittliche Welt ebenso nach ewigen Gesetzen geordnet, wie die natürliche, wie diese nach Naturgesetzen, so jene nach Rechtsprincipien. Freilich ist diese Ordnung und Gesetz- Mäßigkeit im Reiche der Natur deutlicher und sichtbarer, als im Reiche des Geistes und der Moral. Dort läugnet sie Keiner, denn sie ist dem blödesten Auge wahrnehmbar, hier findet sie nur der, der sie mit einem durch religiöses Denken geschärften Blick sucht und finden will. Kein Baumeister wird sagen, daß er auf schiefem oder morschem Grunde ein ebenso dauerhaftes Gebäude aufführen könne, wie aus grader Fläche und festern Boden, denn das wäre eine Abweichung von einem natürlichen Gesetze. Kein Landmann wird glauben, daß er feinen Acker auch im Winter bestellen, den Säulen in ersprießlicher Weise auf die gefrorene Erdrinde streuen könne, das wäre eine Abweichung von der Ordnung der Dinge, von den! Naturgesetze, dem Aussaat und Ernte unterworfen sind. Meint nun Jemand, daß Gott für den Acker besser gesorgt habe, als für das menschliche Leben, daß er unverbrüchlichere Gesetze aufgestellt habe für diejenigen, welchen die Pflege des Feldes obliegt, als für diejenigen, welchell die Pflege der Menschen kiilder, der V ö l k e r, anvertraut ist. Wer in solchen Jrrthum und Wahn befangen ist, es verschmäht, sich von der Religion eines Bessern belehren zu lassen, und sein Ohr gegen die Stimme seines Herzens und die Forderungen der Vernunft verschließt, nun der überblicke das Stück Welt g e s ch i ch t e, das sich vor nnferen Augen abgerollt, hier kann er es deutlich sehen — ".עיניכם הרואות את אשר עשה ד — wie ein göttlich Sittengesetz waltet, wonach der Bosheit, der Lüge, dem trügerischen Scheinwesen, und wenn sie sonst lloch so glänzende Triumphe feierten, und wenn

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