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Israelitisches Predigt-Magazin · 1874-10-01 · 1 (10.1874) · p. Seite 22

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
1 (10.1874)
Date
1874-10-01
Page
Seite 22 (sequence 24)
Language
German
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22 sie auch in Purpur sich hüllen, früher oder später die gleißnerische Maske vom Augesicht gerissen wird, ein Sturm, — und sie zerfallen in Nichts. Die Gesetze der sittlichen Weltordnung können nicht ungestraft verletzt werden, ״es gibt einen Tag des Gerichts" — lehrt die Geschichte der Menschheit. Kein Reich, kein Staat, kein Herrscherhaus kann für die Dauer bestehen, wenn sie nicht gegründet sind auf Wahrheit und Gerechtigkeit. Die Hand, die vor Jahrtausenden deni übermüthigen Könige von Babel das ״gezählt, gezählt, gewogen und zerbrochen" an die Wand schrieb, היד כותבת diese Hand schreibt noch das Vernichtungsurtheil über einen Jeden, der gegen die sittliche Weltordnnng frevelhaft sich versucht. לבו ״ חזו מפעלות ד."Kommet und schauet die Thaten Gottes!" Vor unser» Augen zersplittert ein großes Reich im Streite seiner Parteien, es bricht zusammen an der sittlichen Füulniß, von der es er׳ griffen, ״gefallen, gefallen ist Babel!" (Jes. 21, 9.) איך נפלת משמיר הילל רן שהר נגדעת לארץ חולש על גויס ״Wie bist Du vom Himmel gefallen, glänzender Morgenstern, bist zur Erde geschmettert, der du früher über anbere Völker die Loose warfst!" (Jes. 14, 12.) Und auch der, der den Mann gesegnet, der die heiligsten Eide brach, der die Männer der Inquisition heilig sprach, Menschenmördern die Märtyrerkrone verlieh, der in stärkster Selbstverblendung gleichsam die Worte sprach ״ אדמה לעליוןIch gleiche dem Höchsten (Jes. 14, 14), — ich bin ohne Fehl — anch dessen Thron wankt, ״ וכשל עוזר וכפל עזוחes strauchelt die Stütze, und es fällt der Gestützte (Jes. 31, 3.) er ist unfehlbar — verloren! Seht, m A., das ist göttliches Gericht, Gottes Arm zerbricht die Ruthe, tue ihm als Zuchtruthe für andere Völker gedient; überheberl wir uns nicht, ״denil nicht durch eigene Kraft obsiegt der Mann." ״Der Bogen der sonst so Tapfern zerbrach," — er mußte brechen, denn sie kämpften gegen die sittliche Weltordnung. So hat die Geschichte unserer Tage recht eindringlich uns die Lehre gepredigt, die da ist'eine Grundlehre unserer Religion, die alljährlich unser Rosch-Haschana-Fest in uns kräftigen will, die Lehre vom richtenden Gotte, die Wahrheit des Satzes: הנה י(2 הריין 3״a, es gibt einen Tag des Gerichts!" A nt e n. Erhabener Weltenrichter, der Du die Festtage zu Herolden Deiner heiligen Lehren eingesetzt, wir haben den Posaunenruf des Neujahrsfestes, die dröhnende Stimme der Zeit und Zeitgeschichte vernommen, wir stehen zu Dir: O, sende in die

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