Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 12 (1894)
- Issue
- 1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 148)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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142 neues Gebiet erworben, der eine Schule mit religiösem Geist belebt. Und all diese Arbeit im Tempel, in der Schule, im Leben, sie dient dazu, dieser Gemeinde die Liebe zum Judenthum lief in's Herz zu Prägen, daß sie Alle sich als Insassen fühlen des geistigen Zions, daß sie sich alle bewußt werden, des Borrechtes und der Borpflicht, die in den Worten liegen: ,-!NX ״ עמיWir sind das Volk Gottes, wir sind die Träger uralter heiliger Ueberlieferungen und haben ein Jeder nach dem Maße seiner Kraft die Pflicht, Tugend auszubreiten. Schon die Alten beziehen diesen Vers des Propheten auf den העופק בתורה לשמה, der der Tora selbstlos sich widmet, und sie rühmen von ihm, daß er die Brücken baut zwischen Himmel und Erde, daß er die Erlösung befördert, denn er erlöst sich und diejenigen, die auf ihn horchen, von so vielen Nebeln, die die Menschen sich selbst bereiten. Was Wunder, daß die ganze Gemeinde jubelt, wenn es ihrem Seelsorger und geistlichen Führer gut geht, daß sie sich mit dem Manne freut, der ihr so viel Freude und Heil gewährt hat. Und wollen wir den Segen, den unser Jubilar gestiftet hat, voll würdigen, so dürfen wir nicht vergessen, daß er der erste deutsche Rabbiner in dem geläufigen Sinne des Wortes in dieser Gemeinde ist. Die jüdische Gemeinde Lissa hat eine glorreiche Vergangenheit; hier hat ein Mann gelehrt und gelebt, der unter den Heroen talmudischer Gelehrsamkeit genannt wird; nicht spitzfindige Dialektik, sondern ein tiefes Eindringen in den Kern des Gegenstandes verschafite ihm diesen Ruhm und darum findet ein moderner geschulter Kopf, der sich dem Talmudsludien zuwendet, an den Worten des ״Lissaer Row" weit mehr Freude als an so mancher andern talmudijchen Arbeit aus dieser Zeit; der Geist dieses ehrwürdigen Meisters war auf so viele weise und fromme Männer übcrgegangen, die seine Schüler waren; die ganze Gemeinde war gleichsam in eine Lehrstätte der jüdischen Theologie umgewandelt; auf allen Straßen des