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Israelitisches Predigt-Magazin · 1894-01-01 · 1894 · p. Seite 140

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
12 (1894)
Issue
1894
Date
1894-01-01
Page
Seite 140 (sequence 146)
Language
German
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140 der an den Propheten gerichtet war, in Beziehung bringen zu Wort und Werk des Trefflichen, dem diese Feier gilt. ״Ich lege meine Worte in Deinen Mund" spricht Gott zu seinem Seher; man nennt gewöhnlich die Rede des Predigers auf der Kanzel Gotteswort; jeder der dazu berufen ist, an heiliger Stätte zur Gemeinde zu sprechen, hat wohl schon oft Anstoß genommen an dieser hocherhabenen Bezeichnung für eine Rede, die selbst, wenn sie das Beste und Kostlichste böte, doch nur eine menschliche Leistung ist. Und dennoch kann die Predigt in gewissem Sinne Gotteswort heißen, wenn der Redner in Wahrheit von einem heiligen Geiste beseelt ist, wenn er auf der Kanzel nicht sich will und seine Ehre und seinen Ruhm, sondern wenn er einzig Gott will und Wahrheit und Tugend und Menschenliebe. Dann beginnen, wie unsere Alten sagen, Menschenworte wie ein göttliches Feuer zu glühen und zu leuchten und die Gemüther der Hörer zu entzünden. Diese Gemeinde ist wohl genug durch die Beredsamkeit ihres Seelsorgers begeistert und emporgehoben worden, daß sie es verstehen wird, wenn wir sagen, sein Wirken sei von einem göttlichen Hauch durchweht. Und ״Gott birgt ihn unter dem Schatten seiner Hand"; Gott nimmt ihn in seine Hut, giebt ihm den Segen der Erde; wir freuen uns des rüstigen Mannes, dem der Körper ein williges Werkzeug ist zu allen Diensten, die der Geist von ihm fordert. Wohl dem, dem im Haus Heil erblüht; die Lebensgefährtin, die schon von frühester Kindheit an gleichsam in rabbinischer Alhmosphäre gelebt hat, hat ein volles Verständniß für das Wirken des Mannes, schmückt sein Haus mit weiblicher Anmuth; Kinder und Enkel blühen empor, an denen die Eltern Freude haben: ״so ist gesegnet ein Mann, der Gott fürchtet". Und warum hat Gott den Propheten mit heiligem Geiste beseelt und in seine Hut genommen? Drei Aufgaben stellt ihm die Gottheit: einen Himmel zu pflanzen, eine Erde zu gründen und zu Zijon zu reden: Du bist mein!

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