Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 12 (1894)
- Issue
- 1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 137)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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131_ grade die Laster einer höheren Cultur mit Begierde zu ergreifen. Mit den fremden griechischen Eroberern drangen ihre Sprache, ihre Sitte, ihre Einrichtungen, ihre Feste und schließlich ihre Denkweise ein. Das heilige Land bedeckte sich mit Tempeln, Altären und Standbildern der Götter, mit Gymnasien, d. i. Ringschulen, und Theatern, in denen das Volk sich an dem leichtfertigen Spiel der entarteten Muse ergötzte. Nasch griff die Zerstörung in den Gemütern um sich. Ein Teil, der kleinere, lehnte schroff und entschieden das Fremde ab; dem strengen, ernsten, vielleicht etwas zu starren Sinn derer, die fest an der väterlichen Religion und Sitte hielten, war die neue griechische Art, ihre Leichtfertigkeit, Sinnlichkeit und innnere Unwahrhaftigkeit ein Greuel. Andere wandten ebenso entschieden ihrem angestammten Glauben und Volksthum den Rücken und warfen sich mit Leidenschaft den Fremdlingen in die Arme. Die große Menge der Halben glaubte einen billigen Frieden schließen zu können, dessen Kosten die Religion bestreiten mußte. Sie wollten sie nicht grade preisgeben, aber da sie das Eine schon zu besitzen glaubten, erschien ihnen um so erhebenswerther die neue Bildung und das zeitgemäße Wesen. Leichtfertig setzte man sich über das alte Gesetz hinweg; der Sabbath, zugleich Symbol und Heiligthum Israels, ward entweiht, die strenge keusche Lebensführung wich dem berauschenden Taumel heidnischen Sinnendienstes. Schon frohlockten die Abtrünnigen, zu denen, wie gleichfalls immer, die Vornehmsten gehörten, oder aber die die Vornehmsten wurden, weil sie Abtrünnige waren, denn mit dem bekannten Haß der Abtrünnigen hätten sie gern jede Spur des Volksthums ausgerottet, aus dem abzuftammen sie nun doch nicht leugnen konnten. Da verdarb ihnen das Spiel .derjenige, von dem sie sich am meisten Hilfe versprachen, Antiochus, der König von Syrien, den seine Schmeichler EpipHanes d. r. den 9*