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Israelitisches Predigt-Magazin · 1894-01-01 · 1894 · p. Seite 115

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
12 (1894)
Issue
1894
Date
1894-01-01
Page
Seite 115 (sequence 121)
Language
German
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11s allgütiges Wesen! aus dem Segen den Fluch sür die Menschheit schufst? Aus einem Geschenke das Unglück und den Kummer? — Wie wäre es möglich, daß du das göttliche Feuer zur Todesfackel umgestalten könntest? Daß wir durch unseren Geist den Neid und die Verfolgung, das Dahinscheiden eines unserer Geliebten, diese ewige Trennung am schrecklichsten empfinden und fühlen müssen? — Aber wer deine Werke betrachtet, deine bezaubernde Schöpfung anstaunt, erkennt o Gott! daß du dem Geiste, gleich bei seinem Werden durch das Beigesellen eines andern auch aus dem Himmel stammenden Kraft gabst, mit Gedulo und frommer Hingebung, des Lebens mannigfache Leiden zu ertragen; daß du aus deinem Himmelreiche dem Geiste eine Waffe sendest, mit der er sich gegen die Angriffe einer jeden von außen auf ihn einwirkenden Leidenschaft vertheidigt; daß du ihm Göttliches aufbewahrtest, wodurch der Mensch nach der Gottheit großem Glanze sich ewig sehnt und zu ihr sich hinwendend mit derselben vereint und von derselben geliebt sein will! Und dieses vom Himmel Stammende, diese Waffe, dieses Göttliche, ist — der Glaube. Und da wir nun heute, o Vater! uns eines Glückes erfreuen dürfen, Knaben und Mädchen vor das Allerheiligste zu führen, um mit den Pforten des Himmels ihnen auch den Eingang zur großen Welt zu öffnen; so wollen wir in dieser dem Gottesdienst gewidmeten Zeit das wahre Wesen des Glaubens und dessen segensreiche Wirkung klar nach unseren Kräften darstellen. Mögest du, erhabener Schöpfer! deinen Segen dazu verleihen, auf daß wir verkünden deine Macht, deine Größe, deine unendliche Schöpferkraft! Amen. Wenn wir m. a. Z., die wahre Freude des Lebens durch den Glauben genießen, und die in den verschiedenen Drangsalen nothwendige Beruhigung, den unter den harten Schlägen des Schicksals unentbehrlichen Trost durch denselben für uns gewinnen wollen, so dürfen wir es nicht unterlassen, die Gesammtheit der Ideen, aus denen der 8*

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