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Israelitisches Predigt-Magazin · 1894-01-01 · 1894 · p. Seite 99

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
12 (1894)
Issue
1894
Date
1894-01-01
Page
Seite 99 (sequence 105)
Language
German
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99_ jenigen, die sich vom jüdischen Gesetze losgesagt haben, ob sie erst ein fertiges Religionssystcm hatten, wonach sie handelten, oder ob sie aus Leichtsinn und Bequemlichkeit die Last, die sie drückte, absireiften und hinterher sich ihre Handlungen zurecht stutzten. Es war ein bedeutsames Wort, das unsere Väter cm Sinai gesprochen: erst thun, dann verstehen! Wohl ist's ein Geheimniß, das nicht jedem klar ist; sie haben's den Engeln abgelauscht, bei denen die Macht zum Guten in ursprünglicher Kraft, stets vorhanden ist. Aus dem Thun entwickelt sich das richtige Denken, die Wahrheit. Das nnterschied Israel von den Völkern, daß cs gewürdigt worden, Träger der Wahrheit zu sein, weil es das Gute zuerst übte und dann erfaßte. Und das, m. a. Z.. ist auch unsere Aufgabe. Willst Du Israelit zur Höhe Deiner Religion Dich erheben, halte vor Allem fest an dem נעשה. Wandle und handle nach den Vorschriften der Thora, die das Gute Dir darstellen und Du wirst zur richtigen Erfassung der Wahrheit kommen. Alle Zweifel, die gegen die höh.ren Wahrheiten von Gott, Unsterblichkeit sich erzeugen, sie sind die Folge des nicht beobachteten Thuns. Du wirst zum richtigen Verständniß der beseeligenden Glaubenswahrheiten gelangen, wenn Du sie übst. Es ist ein richtiger Satz unserer Wilsen: ',di ״ כל שיראת חטאו קודמת לחכמתו חכמתו מתקיימתWo die Furcht vor der Sünde, der Wille zur guten That, vorangeht, da entsteht die ewig dauernde Weisheit, wo dieser unmittelbare Trieb zum Guten nicht vorhanden ist, da entsteht nur ein falsches Wissen, ein Wissen, das keine Wahrheit hat". (Spr. der Väter 111, 11.) Nur so können wir der Aufgabe unseres Festes Nachkommen, bte Erinnerung an die Offenbarung lebendig zu durchleben, nur so können wir die Offenbarung in uns nacherzeugen, nur so können wir schauen die Flammen des Sinai, indem wir uns von ihnen stets durchwärmen lassen. Amen! 7*

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