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Israelitisches Predigt-Magazin · 1894-01-01 · 1894 · p. Seite 100

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
12 (1894)
Issue
1894
Date
1894-01-01
Page
Seite 100 (sequence 106)
Language
German
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00 ו XV. Die Rückkehr in die Heimat. Predigt am zweiten Tage des Wochensestes. Bon Rabbiner Dr. Krakauer. M. a. Z.! Ein liebliches Bild freudigen Wiedersehens haben wir erschaut in unserem Geiste in unserer gestrigen gottesdienstlichen Betrachtung, ein Bild holden Familienglückes, das da geschaffen wird durch des Gottes- Wortes lebendige Wirkung, durch seine schützende Kraft, durch seine aufwärtsführende Leitung des menschlichen Strebens zu den Höhen des Daseins. Aber auch den Abgrund können wir schauen in den Schickungen der Menschen, die entfernt von den Wegen des Herrn, wandeln ihre eigene Bahn, die erfüllt von selbstsüchtigen Regungen nur ihr Augenmerk richten aus die Annehmlichkeiten des Lebens, sie zu erhaschen suchen in schneller Jagd, unbekümmert um des Gotteswortes Mahnung und die warnende Stimme des eigenen Herzens. Einen solchen Niedergang menschlichen Glückes, ein Wiedersehen unter traurigen Verhältuissen, führt uns die heilige Schrift am heutigen Feste in ergreifenden Bildern vor das geistige Auge; es ist die Kunde von der Rückkehr der greisen Naomi in die alte Heimat, die wir lesen im Buch Ruth, dessen Inhalt uns alljährlich am Feste der Offenbarung einem alten und heiligen Brauche gemäß beschäftigt. Es war zur Zeit der Richterherrschaft in Israel — erzählt die Schrift — da herrschte einst eine Hungersnoth im heiligen Lande. Da faßte ein Mann Namens Elimelech den Entschluß, mit seiner Gattin Naomi und seinen beiden Söhnen Machlon und Kiljon aus der Heimatstadt Bethlehem auszuwandern in ׳ein fremdes Land, nach den Gefilden von Moab. Es mochten wohl nur wenige Monde dahingegangen sein, da wandelte Elimelech den Weg alles Fleisches; seine Gattin, die Naomi, blieb mit ihren Söhnen noch ferner im Lande der Moabiter, sie nahmen sich von des Landes Töchtern

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