Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt-Magazin · 1894-01-01 · 1894 · p. Seite 68

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
12 (1894)
Issue
1894
Date
1894-01-01
Page
Seite 68 (sequence 74)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9616701-9618385-9618386--2428-9618458
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

68 XI. Kampf und Sieg. Predigt zum ersten Tage des Petzachsestes. Von Rabbiner Dr. Jacob in Göttingen. M. A.! Wenn wir mit Recht von den Wirklingen — nicht von den Folgen — eines Ereignisses auf seine Bedeutung schließen dürfen, so hat keines so tiefe Spuren in die Seele des israelitischen Volkes gegraben, als das Geschehnis, das in festlicher Feier zu erneuern wir heute uns anschicken. In hundertfältigem Echo tönt es wieder aus den Reden der Propheten, hallt es zurück aus den Liedern heiliger Sänger, künden wir es in Dankspruch und Gebet. ״Gott hat Euch herausgeführt aus Aegypten und Euch geleitet durch die Wüste", so spricht der älteste Prophet, nach mehr als einem halben Jahrtausend. ״Durch einen Propheten", so weiß ein anderer zu erzählen, ״führte Gott Israel aus Aegypten und es blieb in eines Propheten Hut." Abermals nach mehreren hundert Jahren erging das Wort des Herrn an Jeremia: ״Geh' und predige Jerusalem also: ״So spricht der Herr: Ich gedenke Dir die Liebe Deiner Jugend, die Treue Deiner Brautzeit, da Du mir folgtest aus dem Aegypterland durch die öde Wüste". Selbst den heidnischen Propheten begeistert die Großthat des Herrn: ״Gott ist's, der sie herausführt, er vernichtet die Völker, zermalmt ihr Gebein und ihre Pfeile knickt er"-. Den jubelnden Psalmenchor haben wir eben selbst gesungen: ״Als Israel auszog aus Aegypten, das Haus Jacobs aus fremdem Volk, da ward Juda sein Heiligthum, Israel sein Reich". In unseren Gebeten endlich begegnen wir auf Schritt und Tritt dem ״ זנר ליציאת מצריםdem Andenken an den Auszug aus Aegypten", wir knüpfen es an die sabbatliche Feier, an jeden Fest- und Freudentag, an den Wechsel der Natur, an den Fortgang unserer Geschicke, an unsere Zukunft, an Erinnern, Hoffen, Sehnen und Erfüllen. Wie ein tausendfach geschliffener Edelstein wirst

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.