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Israelitisches Predigt-Magazin · 1894-01-01 · 1894 · p. Seite 36

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
12 (1894)
Issue
1894
Date
1894-01-01
Page
Seite 36 (sequence 42)
Language
German
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36 seine Pläne und Wünsche sich verwirklichen? Und wäre ihm der Himmel wirklich für den Augenblick wolkenlos erschienen und durch keine Nebel selbst in der Ferne getrübt, die Stunde des Todes ist ihm doch gewiß; daß sie kommt, ist sicher, wann sie kommt, liegt nicht in seiner Hand, er muß ihrer stets gewärtig sein, nur Gott entscheidet darüber. Selbst der Jüngling, der voller Hoffnung in die Zukunft hinausblicki, der glücklich von Stufe zu Stufe sich immer höher erhebt uud dem Ziele schon nahe glaubt, er hat es erreicht, er will es fassen — da wendet Gottes unsichtbare Hand in unerklärlicher Weise das Geschick, die Hand des Todes berührt ihn, denn er schritt dicht hinter ihm her, und er wußte es nicht, die Stimme Gottes hat gerufen, uud der Mensch, noch jung an Jahren, muß folgen. Wider unfern Willen, ohne unser Wissen werden wir geboren, müssen wir sterben. Selbst das Nind, der Säugling, eine liebliche Blume an der Brust der Mutter, die Freude der überglücklichen Eltern, die Zierde des Hauses, die Hoffnung ihres Lebens, auch eine solche Blüthe wird geknickt, nicht blos ein starker Baum, oder ein morscher Stamm wird gefällt. Täglich, stündlich werden wir daran gemahnt und sehen es vor Augen, und doch vergißt es der Mensch. Tas ist sicher, Gott allein ist der Herr über Leben und Tod; Mensch vergiß es nicht, denk', daß du sterben mußt, sterben kannst in jeder Stunde, sei deines Todes ein. edcnk zu jeder Zeit. Diese Gedanken will die Religion, und besonders diese Stunde des heiligen Tags in dir erwecken, nicht um deine Meinung zu trüben, sondern um dir den Ernst des Lebens zu zeigen, dich zu erinnern an das, was gekommen ist, und Hinweisen auf das, was kommen kann. Unsre Zeit unterscheidet sich darin nicht von den früheren Tagen, wir sind nicht besser, als unsere Bäter waren. Auch aus Vater Abraham's Leben werden uns Mißgeschicke erzählt, aitch er, der fromme Manu, war von Gefahren bedroht; aber er verzagte nicht und verzweifelte nicht; er sah GvtlesHand wirksam in der Natur uud im Leben, er ging hinaus und sah Gottes große«

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