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Israelitisches Predigt-Magazin · 1894-01-01 · 1894 · p. Seite 37

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
12 (1894)
Issue
1894
Date
1894-01-01
Page
Seite 37 (sequence 43)
Language
German
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ä7 Sternenheer und dachte: Gott, der solches gemacht mit seiner Allmacht, Weisheit und Güte, er kann auch mir helfen, er kann und wird es. So dachte er und war getröstet; ״er glaubte an Gott und das war seine Frömmigkeit." (והאמין בה׳ ויחשבה לו צדקה Gen. 15,6). Der viel geplagte und geprüfte, aber fromme Hiob gab Gott keinen Anstoß mit seinen Reden, er duldete und pries Gott trotz seiner Leiden und sprach: ״Nackt ging ich aus Mutters Schoos und nackt gehe ich dahin zurück, Gottes Name bleibt gepriesen." (Hiob 1, V. 21) Unsere Väter sprachen in der Trauer, und wir sprechen es ihnen nach, wenn hartes Schicksal uns betroffen, wenn der Tod in unsere Reihen eingebrochen und einen der Uebrigen geraubt, wenn verzweifelt wir klagen: Wer kann und wird uns helfen, wer uns aufrichten? Unsere Betrübnis ist zu groß, unsre Lage zu hart, unsere Trauer zu groß, uns kann nimmermehr geholfen werden. Dann sprechen wir: יתגדל ״ ויתקדש שמה רבאGottes Name ist groß, er bleibt groß und werde heilig gepriesen!" Wir sprechen es in frommer Gemeinde mit allen, die froh sind und getröstet, und auch wir, im Vertrauen auf Gottes Gnade, fühlen uns wieder getröstet und aufgerichtet. Wir fragen nicht mehr in kleinmütiger Verzweiflung über unsre trübe und traurige Lage: ״Herr, was thust Du da?" So hart wir auch geschlagen, so tief wir auch gebeugt sind, sehen auch wir den Himmel an und glauben, ja wir vertrauen auf Gott, so hart und schwer uns auch der Schicksalsschlag getroffen, so tief er uns gebeugt hat, wir rufen demutsvoll und ergeben uns fügend: ״Was Gott thut, ist wohlgethan!" ״Gott hat gegeben, Gott hat genommen, Gottes Name bleibe gepriesen!" ״Jisgadal wejiskadasch schmeh rabbo“. Gottes Name ist groß, Gottes Name bleibt groß." Dies ist die tiefe Bedeutung unsers heiligen Kaddisch-Gebets, welches in der Trauer um Todte wir sprechen, nicht um zu klagen, sondern um uns zu trösten. Nicht nur der Einzelne, auch die Gesamtheit wird von Gefahren bedroht und betroffen. Wie hart, wie grausam doch sind die Leiden unserer Brüder in fremden Ländern;

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