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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 56

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
11 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 56 (sequence 62)
Language
German
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56 schliche Entdeckung gemacht; er, der gehofft hatte, daß nur bei Nennung seines Namens sich ihm alle Thüren offnen werden, wurde aufs Schmerzlichste enttäuscht; Niemand von denen, die ihm geschmeichelt, die ihm gehuldigt hatten, nahm ihn auf, und er blieb arm und elend. Indeß konnte man fragen: Wie? war ihm nicht seine Weisheit geblieben, auch nachdem die Krone verloren gegangen? giebt es doch viele Könige und nur einen so weise, wie Salvlno! Warum gelang es dieser Weisheit nicht, sich aus eigener Kraft zu behaupten, im eigenen Lichte zu strahlen, auch nachdem der Glanz der Krone erloschen war? Darauf geben die alten Meister zwei verschiedene Ant- Worten. Einer sagt: Mit der Macht war auch die Weisheit von ihm gewichen; ״einst war ich etwas", אני מלך הייתי fo klagte Salomo, ״jetzt bin ich nichts". Ein Anderer meint: Salomo war so klug tvie vordem, aber die Einsicht des Armeti galt nichts vor den Leuten; ״ich bin, was ich war," jammerte Salomo, ״aber ich bin nichts Werth", denn die Klugheit des Dürstigett ist verachtet. הוינא נד הוינא ונדו לית אנא •מוי מידי Betrachten wir die einzelnen Momente dieser Erzählung etwas genauer. Es ist in der That eine eitle Weisheit, Alles eitel zu nennen. Man spottet schon in der bekannten Fabel über den Fuchs, der die Trauben sauer findet, die er nicht erreichen kann; um wie viel mehr müßte sich dieser Spott steigern, wenn er sie aus Trägheit nicht erreichen will. Noch Niemand, der im frischen Schaffensdratig die Aufgaben, die ihm das Leben stellt, energisch zu bewältigen trachtet, hat über die Nichtigkeit des Daseins geklagt; er hat an seinem Platze seine Schuldigkeit gethan, und das war ihm genug. Aber der ״Weltschmerz" ist das bequemste Mittel, um die eigene Trägheit und sittliche Haltlosigkeit vor sich zu eittschuldigen. Wie nüchtern und bestimmt ist die Frage, die wir an uns richten: ״Warum thust Du nichts?" wie pathetisch die Frage, die wir an das Schicksal stellen: ״Warum hat mich eine unbekannte Schicksalsmacht in diese

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