Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 11 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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51 ״Wenn Du, 0 Herr, mir im Himmel bist, was begehre ich noch außerdem auf Erden?" (Psalm 73, 25). Diese Kraft des göttlicheil Gedankens, der uns über irdische Schranken zur Höhe seelischen Friedens erhebt, offenbaret sich geschichtlich in der Hütte. — ״In der Hütte sollt Ihr weilen sieben Festtage hindurch. Euere zukünftigen Geschlechter sollen es erkennen, daß Ich, der Herr, Euch in Hütten wohnen ließ, als Ihr aus Mizraim zöget." (Levit. 23, 42 und 43). Höret es, Söhne und Töchter Israels, Euere Bäter hatten den süßen Frieden in der Hütte. Ihr wäret Euch dessen nicht bewußt. Der Himmel der Seligkeit hat Euch gelächelt, die Lüfte der Freiheit, die Düfte der Zufriedenheit zogen in Euere Hütte. Ihr dachtet, es müsse so sein. Da habet Jhr's in Mizraim lernen müssen, wie nian auf den Trümmern des Lebens und der Lebensgüter der Menschen das eigene äußerliche Glück begründet, die göttliche Freiheit niedergedrückt hatte, um Herrschsucht und Selbstsucht uneingeschränkl walten zu lassen. Fliehet eine Bildung, die Ketten schmiedet, um Gottes Kinder zur Erde zu fesseln, auf Gräbern Paläste baut, um den Tod zu verherrlichen und frisches, frohes, freies geistiges Leben zu ertödten. Wisset es, Ich habe Euch, spricht der Herr, i;: Hütten wohnen lassen, als Ich Euch aus Mizraim herausgesührl hatte. Kehret zurück zur Friedenshütte, fliehet den Prunk, der Euch und Andere zu Tode quälenden Güter des Augenblickes. In der Hütte, in Gottes Frohnatur wird der Friede der Welt, wie einst in der Vergangenheit, so in der Zukunft erblühen. Bedingung und Erfüllung des Weltfriedens aber zu prüfen, das sei die unserer Festbetrachtung würdige Aufgabe, welche segne der Herr, zu dem wir beten: ״Himmel, hilf uns doch, Himmel laß gelingen" (Psalm 118, 25) das Werk des Herzens und Geistes. Amen! I. Die Bedingung. Wem: wir den Frieden mit der Welt haben sollen, müssen wir den Frieden mit uns selbst haben. Ist das so leicht? Keineswegs. Tenn der Feind in uns wandelt gar Festprebigten 1893. 4* r!*■