Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 11 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9616701-9618237-9618238--2259-9618292- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
50 der Mensch gegen den Kamps zwischen der eigenen inneren und äußeren Rarur. In der Hütte, in welche die Himmelsfunken der Nacht, die Sonnenwellen des Tages drangen, lag für ihn der Einklang zwischen himmlischer und irdischer Welt, ewiger und zeitlicher Erscheinung. Tie Hütte war auch der Sammelpunkt des Geistes im Frieden nach Kämpfen mit der Ungunst der Schicksale, der Menschen und Ereignisse von Außen. Der erste siegreiche Streiter des Herrn, unser Erzvater Jakob, zieht sich vom Kampfe mit dem feindlichen Bruder friedlich in die Hütte zurück und rafft in dieser Friedensftätte die ungebrochene und ungebeugte irdische und geistige Kraft zusammen, um zu wetten und zu wagen für Gott und die höchsten idealen Güter des Lebens. (Genes. 33, 17 bis einschließlich 20 und Raschi z. Zt.) Wenn die Bedürfnisse des Lebens gering sind, ist die Unabhängigkeit von Menschen um so größer, welche die Bedingung zur Befreiung vom Kampfe und zur Erlangung des Friedens mit den Nebenmenschen ist. Wie ein Bild des Friedens mit den Menschen, so ist die Hütte ein Sinnbild des Friedens mit Hott. Was heißt das wohl, Frieden mit Gott haben? Wer kann wohl mit der Vorsehung rechten und wider sie streiten? Nun, in. A., so ist das nicht gemeittt. Aber, wenn irdische Wünsche, Neigungen und Hoffnungen in Trümmer zerfallen, das Gebäude unserer Gedanken und Pläne zusammenstürzt, trotz des größten Fleißes und der aufgewandten Mühewaltung von unserer Seite, trotzdem wir vor Gott rein, der Menschen würdig und vor den! eigenen und dem öffentlichen Gewissen stets die Pflicht erfüllt haben; wenn dem Gottesbewußtsein, das den Inhalt unseres Seelenlebens bildet, die Meinung der Welt ein uns äußerlich tief schädigendes Gegengewicht bietet, indem statt des erhofften Erfolges wir Mißerfolge finden, und die Ehre als das Göttliche im Menschenthum, welches uns im Leiden, im Jammer der Zeiten erhebt und tröstet, durch Unehre und Mißachtung von Außen her getrübt wird: hier gilt es, den Gottesfrieden finden und bewahren. Hier gilt's zu sprechen: