Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 42

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
11 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 42 (sequence 48)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9616701-9618237-9618238--2251-9618284
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

gestürzt war, weiß geworden sein, als Zeichen der eingetretenen Versöhnung. Nun ״ כחוט השני שפתותיךdiesem rothen Faden gleichen Deine Lippen", heute noch in frischer Röche prangend, bis zum morgigen Abend sich entfärbend, bleichend. Eine innere Stimme sagt uns — wenn wir gesühnt haben ein jeder seine Schuld für sich, für sein Haus, für die Gesammtheit, wenn das Gefühl der dreifachen Verant- Wörtlichkeit uns stets leitet, wenn wir uns immer bewußt bleiben, daß wir einzutreten haben für uns selber, für unsere Familien, für unsere Glaubensgenossen, ״dann wird dieser dreifache Faden so bald nicht reißen," dann, mein Israel, ״wird wie Morgenroth Dein Licht aufgehen, und Deine Heilung bald hervorsprießen. Dann zieht vor Dir her Deine Tugend und die Herrlichkeit Gottes nimmt Dich aus!" (Jes. 57,6.) Amen! VI. Trage still: Betrachtung am Bersöhnungstage zur rodtenfeier. ״Es war nach dem Tode der beiden Söhne Arons" אהרי מות שני בני אהרן — mit diesen Worten beginnt die heutige Thoravorlesung — da redete der Herr mit Mose über die Einsetzung des Bersöhnungstages. In welchem inneren Zusammenhänge steh: das Welterschütternde Ereigniß vom Tode der beiden Söhne Arons mit dem heiligen Versöhnungstage, daß es an die Spitze des heutigen Festabschnittes zur ewigen Erinnerung gestellt ist? Nun, m. A., die Antwort auf diese Frage giebt uns die Stunde der Todtenfeier, da wir in unseren Gebeten um Versöhnung ein Halt machen und mit unseren Gedanken an den Gräbern unserer theueren Tobten stehen, ihnen unsere Erinnerung weihend. Ja der Versöhnungstag, an dem wir so oft und so eindringlich das Gebet um Leben zum Herrn über Leben und Tod emporsenden, führt uns auch das Bild des Todes vor, denn zum Lebeu des Menschen gehört, wenn auch erst als Schlußpunkt, der Tod, er führt uns das Bild

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.