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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
11 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 41 (sequence 47)
Language
German
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41 nix unsere Glaubensbrüder zum Bewußtsein geführt werde. Unsere alten Weisen haben dem Gedanken der gegenseitigen Verantwortlichkeit in einem treffenden Gleichniß Ausdruck gegeben. Auf einen! mit vielen Reisenden gefüllten Schiffe bemerkt Einer, wie ein Reisegefährte mit einem Bohrer den Fußboden des Schiffes bearbeitet. Mit der Frage: ״Was thust Du da?" springt er aus den ungestört weiter Bohrenden zu. Doch dieser entgegnet ruhig: תחתי אני אקדה ״unter mir, auf dem von mir erworbenen Platz, bohre ich." — ״Wahnsinniger!" ruft jener und entreißt ihm den Bohrer, ״siehst Du denn nicht ein, daß, wenn Du hier ein Loch bohrest und durch dasselbe Wasser hereinströmt, das ganze Schiff sinkt und wir Alle dem Untergange geweiht sind?" So kann durch das unverantwortliche Thun eines Einzelnen nuferer ganzen Gesammtheit großer Schaden zugefügt werden. Das beherzige ein Jeder! Achten wir daraus, daß wir den Aexten unserer Feinde, die unfern Stamm fällen wollen, nicht selbst die Stiele liefern zu unserem eigenen Verderben, beachten wir nicht nur uns selbst genau bei unserem Handel und Wandel, sondern achten wir auch auf jeden unserer Brüder. Helfen wir ihnen, belehren wir, erziehen wir sie zu redlicher Thätigkeit, zu ehrlicher Arbeit, zur Pflege häuslicher Tugenden, zu sittlicher Lebensführung, kurz zu einem Gott und Menschen gefälligen Leben! Zu einem Gott und Menschen gefälligen Leben wellen und sollen wir uns allesammt aufraffen, heute hier im Gotteshause durch feste Vorsätze, draußen im Leben durch segenverbreitende That; wie es vom Priester heißt: מן המקדש לא יצא ״er soll das Heiligthum nicht verlassen", so gilt es auch für jeden von uns: מקדושתו לא יצא ,,er soll den hier ertlommenen Standpunkt der Heiligkeit nicht verlassen", ihn festhalten und bewähren in seiner ganzen Haltung und Führung in seinem Hause und in seinem Verkehrsleben. Und nun, m. a. Z., zun! Schluß ein Gleichniß: In! Heiligthun! zu Jerusalen! soll nach einer alten Sage der purpurrothe Faden, wenn der Sündenbock herab-

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