Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 11 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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43 des plötzlichen Todes zweier blühenden Jünglinge vor, um uns eindringlich daran zu mahnen, daß, wenn uns heute auch eine Frist des Lebens wieder geschenkt wird, der Tod dennoch beständig mit erhobener Sichel hinter uns herschreitet, um sie über den einen oder den anderen von uns unversehens niederfallen zu lassen, denn ״er schont weder Greis noch Jüngling" (56 M. 28,50). Lehrt uns so der Blick aus die beiden Söhne Arons, des Todes mitten im Leben gewärtig zu sein, ihm furchtlos in's zu Antlitz schauen, so will der Blick auf den seiner beiden blühenden Söhne beraubten Vater, auf das Verhalten des so schwer geprüften Hohen- Priesters Arons uns belehren, wie wir, wenn wir von Schmerz und Trauer betroffen werden, uns zu verhalten haben. Diesem Gedanken laßt uns in dieser weihevollen Stunde, da wir, wie der Hohepriester Aron — ויעמוד בין החיים ובין המתים — gleichsam zwischen Leben und Tod, betend für die Lebenden und mit der Erinnerung bei den Tobten, dastehen, eine segensreiche Betrachtung widmen! Zwei Worte, in. a. Z., finden wir in der Erzählung vom Tode der beiden Söhne Arons, die uns den Menschen in seiner ganzen Schwäche, aber auch auf der Höhe seiner sittlichen Stärke erblicken lassen, uns einerseits all' den irdischen Jammer zeigen, der das Menschenherz treffen und verwunden kann, und andrerseits die wunderbare Kraft, die dasselbe schwache Herz auszeichnet; zwei Worte, welche die öden Tiefen des Kummers und der Trauer wie die stillen Thüler der Seelenruse und des Seelenfriedens vor uns ausbreiten — diese beiden inhaltsschweren Worte lauten: וידום ״ אהרןAron schwieg." (3. B. Mos. 10, 3.) Doch vergegenwärtigen wir uns erst das erschütternde Ereigniß, bei welchem diese Worte stehen. — Es war an einem hohen, heiligen Festtage, dein Weihefeste Arons zum Hohenpriester. Glänzender als die funkelnden Edelsteine, die sein Brustschild schmückten, war die Freude, die auf seinem Antlitz strahlte. Wurde er doch an die Spitze des gotterkorenen Priesterstammes gestellt, und in das Aller-