Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 11 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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28 w ecket in uns jenes beruhigende, kräftigende Gefühl, ohne welches der Mensch wie ein Blatt, vom Sturm getrieben, wie ein Wrack in den Wogen des Meeres, nnstät und flüchtig, hin- und herschwankt, sie wecket in uns Bertrauen, ״ אלהיס לנו מהסה ועוז עזרה בצרותGott ist uns Schutz und Hort, Hilfe in den Nöthen, allgegenwärtig. Darum fürchten wir nicht, auch wenn die Erde wechselt (Psalm 46, 2. 3.), tvenn die Berge wanken im Herzen der Meere." Bertrauen sei die Regung unseres Herzens, die mit dem Jahresanfang aufs Neue in uns erwacht, Vertrauen sei das Fundament, auf dem wir das Gebäude unseres Lebens errichten, Bertrauen zu ihm, dem ewigen Gott, dem einzigen König, der über die ganze Welt sein Scepter schwingt. Aber dieses Gefühl des Bertrauens schließt das Bewußtsein unserer Ergebenheit ein. ״Gott ist unser König, das will sagen, wir sind seine Unthanen!" אנו עמך ואתה מלסנו Das ist der nächste Gedanke, den der erste Klang des Schofars in uns wecket. Wir pflegen im Leben, was Gottvertrauen heißt, nur selten zu beherzigen, wir scheinen vertrauensvoll, während wir es in der Thal nicht sind. Oder ist der vertrauensvoll, der in dem Augenblick der Gefahr sich getröstet, Gort wird Helsen, während er sein Lebtag nur sich als den Urheber seines Glücks erkannte? Oder ist der vertrauensvoll, der im Todeskampfe spricht: Gott wird helfen, während er sein Lebtag gesprocheit: ״Meine Kraft und meines Armes Stärke, hat, was ich habe, mir erworben?" Das rechte Gottvertrauen erwacht nicht blos in Augenblicken der Gefahr, erwacht überhaupt nicht, sondern es ist da, durchdringt des Menschen ganzes Leben, begleitet ihlt auf Tritt und Schritt, veredelt sein ganzes Denken und Handeln! Nicht der ist vertrauensvoll, der sich zuschreibt, was in der Sphäre des Menschlichen liegt, und nur das Wunderbare, das Uebermenschliche auf Gott bezieht — sondern der vertraut auf Gott, der sich, ohne Gott, Nichts zutraut, der seiner Nichtigkeil aus Herzeltsgrunde sich bewußt ist, der nicht zu Zeiten blos die demüthige Geberde, das demüthige Gebet zu!n